Wie beliebt ist eigentlich Hertha BSC? Im Moment in Berlin und Umgebung sehr. Und auch in ganz Deutschland spricht man derzeit voller Hochachtung vom Tabellen-Dritten der Bundesliga. Nicht irgendwelche Image-Kampagnen sind daran schuld, die gegen das lange vorherrschende Graue-Maus-Bild des Klubs ankämpfen, sondern einzig und allein die tollen Leistungen der Mannschaft auf dem Platz.

Immer mal wieder gibt es Umfragen in Sachen Beliebtheit, Image und Markenkern, die oft unterschiedlich ausfallen. Ein Beispiel: Als das Forschungs -und Beratungsunternehmen Nielsen-Sports Anfang 2017 eine Beliebtheitsskala der Erstligisten erstellte und 1000 Fans im Alter zwischen 14 und 59 Jahren deutschlandweit befragte, landete Hertha auf Platz 10 in der Liga. Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Immerhin 95 Prozent kannten den Verein, 63 Prozent hatten ein klares Bild von der Hertha und 52 Prozent fanden den Klub sympathisch.

Versuchen, Scheitern, Gewinnen

Immer wieder wurde in den zurückliegenden Jahren mit verschiedenen Image-Kampagnen versucht, Fans für den Verein zu begeistern und neue Anhänger in der Millionenstadt zu akquirieren. Ich erinnere mich etwa an Aktionen unter dem Motto „Play Berlin“, später „Aus Berlin, Für Berlin“, noch später „We try, We fail, We win“ (Versuchen, Scheitern, Gewinnen) und nun „In Berlin kannst Du alles sein – auch Herthaner“, wobei letztere Kampagne durchaus ihren Charme besitzt. Für mich jedenfalls.

Doch wie allein die Klasse-Leistungen der Mannschaft von Trainer Pal Dardai, deren Protagonisten in der Gunst der Öffentlichkeit und der Medien nach oben  katapultieren, zeigen kleine Beispiele aus den letzten Tagen. Vor allem  nach dem prestigeträchtigen Triumph über Bayern München.

Note 1

In der Bild am Sonntag“ bekamen nach dem 2:0-Sieg gegen den Dauermeister sämtliche Hertha-Spieler die Note 2 – Thomas Kraft und Ondrej Duda die Note 1. Pal Dardais Coaching wurde mit Note 1 bewertet (Niko Kovac mit 5). Allein vier Profis kamen in die „Elf des Tages“: Kraft, Duda, Valentino Lazaro und Salomon Kalou.

Das Kicker-Sportmagazin stellte Maximilian Mittelstädt, Niklas Stark und Ondrej Duda in die „Elf des Tages“. Bei den Top-Torhütern (bislang in dieser Spielzeit) führt Rune Jarstein die Bestenliste an, Duda mit fünf Treffern die Torschützenliste der Liga. Bei den Top-Feldspielern liegt der erst 20-jährige Javeiro Dilrosun auf Platz 3. Die „Fußballwoche“ wertete das Spiel mit „es riss von den Sitzen“. Eine bessere Werbung für den Verein gibt es nicht.  Die Leistung, das vorbildliche Auftreten auf dem Platz entscheidet maßgeblich über das Ansehen eines Vereins.  Imagekampagnen können das seriös begleiten.

 Spielt die Mannschaft weiter so – mutig, dynamisch, erfrischend – werden die Sympathiewerte der Hertha auch weiter ansteigen und das Image verbessert.  Und eines Tages wird Dardai nicht mehr sagen: „Wir sind eine kleine, fleißige Mannschaft“, sondern vielleicht „Wir sind eine große, erfolgreiche Mannschaft!“

Nicht nur ich hoffe das sehr.

Hahohe!