Berlin - Fluch der Rückrunde! Tolle Schlagzeile, die in diesem Fall aber nicht von einem Fußballberichterstatter, sondern von einem Fußballmanager stammt. Nämlich von Michael Preetz, dem Geschäftsführer von Hertha BSC, der nur allzu gut weiß, dass Blau-Weiß nach dem Wiederaufstieg zuletzt in der zweiten Saisonhälfte mitunter größte Probleme hatte.

2017 standen in der Rückrunde gerade mal 19 Punkte zu Buche, 2016 waren es 18, 2015 noch einer weniger, 2014 gar nur 13. Insofern ist der Wunsch von Preetz für die Rückrunde keineswegs als bescheiden, schon eher als mutig zu werten. Preetz sagt: „Noch mal 24 Punkte wie in der Hinrunde, dann wäre es am Ende eine tolle Saison.“

Daran also muss sich Pal Dardai messen lassen. Der Trainer, der gestern Nachmittag auf dem Profiübungsrasen am Schenckendorffplatz seine Mannschaft zum Trainingsauftakt 2018 begrüßte. Mit guter Laune, die bei dem Ungarn schon vom Naturell aus gegeben ist, die allerdings wohl auch auf dem Ausgang des vergangenen Jahres gründet.

Der Abstiegskampf scheint fern

Dieser 3:2-Auswärtssieg bei RB Leipzig in Unterzahl, nachdem Abwehrmann Jordan Torunarigha bereits nach sieben Spielminuten des Feldes verwiesen worden war, war für die Hertha-Profis nach einer durchaus schattenreichen Hinrunde ja der unerwartete Stimmungsaufheller. Ein Erfolg, der plötzlich die Perspektive veränderte.

Der Abstiegskampf scheint mit neun Vorsprung auf den Relegationsplatz ja für den Moment sehr fern, Europa hingegen mit gerade mal vier Punkten Rückstand auf Platz sechs ziemlich nah zu sein.

Fakt ist, dass sich eine kurze, aber intensive Vorbereitung auf der Basis eines derart außergewöhnlichen Erfolgserlebnisses weitaus einfacher steuern lässt als nach einer Niederlagenserie im Jahresausgang.

Wichtig ist der gute Teamgeist

Fakt ist zudem, dass auch in Sachen Personal und in Sachen Belastung beste Voraussetzungen für eine glückliches Ende dieser Spielzeit gegeben sind. Keine Europa League und kein Pokal ist gleich keine Rotation, ist gleich gesteigerter Konkurrenzkampf, wovon letztlich vor allen Dingen einer profitieren sollte, nämlich Dardai.

Folgendes stellte der 41-Jährige gestern dann auch schon mal in Aussicht: „Es wird sicher harte Entscheidungen geben. Aber wichtig ist, dass wir den guten Teamgeist erhalten. Wenn jemand aber Probleme hat, soll er zu mir kommen. Dann gibt es ein ordentliches Männergespräch.“

Gestern war der Chefcoach, der jedem Kadermitglied einen individuellen Trainingsplan mit in die Spielpause gegeben hatte, auf den ersten Blick schon mal zufrieden. „Die Jungs sehen körperlich gut aus. Jeder hat etwas zwischen den Feiertagen gemacht. Eine Pause war es nicht wirklich. Das war aktive Erholung.“