Hertha-Investor Lars Windhorst würde sich freuen, wenn ein Weltkonzern statt einer Billig-Kette als Sponsor an Land gezogen wird.
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BerlinBei Hertha BSC bahnt sich ein spektakulärer Wechsel an. Nein, ein neuer Spieler ist noch nicht im Anflug, obwohl fast jeden Tag ein bekannter Profi mit den Blau-Weißen in Verbindung gebracht wird. Dass Hertha auf dem Transfermarkt in aller Munde ist, liegt vor allem an Lars Windhorst. Seitdem der 43 Jahre alte Investor in den vergangenen zwölf Monaten 374 Millionen Euro in den Klub pumpte, wittern viele Spielerberater den großen Reibach.

Ein gutes Geschäft könnte wiederum Hertha machen, sollte der bisherige Hauptsponsor Tedi seinen bis 2021 laufenden Vertrag vorzeitig kündigen. Nach Informationen dieser Zeitung sollen die Blau-Weißen erneut um die US-Firmen Tesla und Amazon als neuen Partner buhlen. Weltkonzern statt Billig-Kette. Der neue Glamour wäre ganz nach dem Geschmack von Windhorst. Der Discounter Tedi passt nicht zum neuen Image und soll dem Multimillionär schon lange ein Dorn im Auge sein. Windhorst will einen Big Sponsor für seinen Big-City-Club.

Bereits im Februar träumten die Berliner von einem neuen schillernden Hauptsponsor. Damals machte Trainer Jürgen Klinsmann als Zugpferd Hertha interessant. „Wir waren wegen ihm kurz davor, neue Sponsoren an Land zu ziehen. Deswegen ist es umso bedauerlicher, wie es geendet hat. Wir haben schnell gemerkt, dass der Name gerade bei Sponsoren große Zugkraft hatte“, erklärte Windhorst kurz nach Klinsmanns kuriosem Rücktritt.

Dass Hertha nun erneut intensiv an einem neuen Deal mit den beiden Tech-Unternehmen arbeitet, liegt auch an Tedi selbst. Die Ladenkette, die europaweit mehr als 2250 Filialen betreibt, soll aufgrund der Corona-Krise gewillt sein, vorzeitig Platz zu machen. Bisher überwies der Dortmunder Discounter siebeneinhalb Millionen Euro im Jahr. Auf Nachfrage dieser Zeitung hält sich Tedi noch bedeckt, verweist auf die bereits Anfang Juli getätigte Aussage, dass „die Zusammenarbeit zwischen Tedi und Hertha BSC unverändert fortbesteht“. Mehr gebe es derzeit nicht zu sagen.

Sollte es zu einer vorzeitigen Trennung kommen, könnten die Blau-Weißen sogar eine Abfindung kassieren. Gerüchte kursieren, dass der bisherige Ärmel-Sponsor Hyundai – wie Tedi 2018 – vom Arm auf die Brust wandern könnte. Doch für Windhorst soll auch der südkoreanische Autobauer eine Nummer zu klein sein. Dagegen würde Herthas Geldgeber eine Zusammenarbeit mit den Visionären Tesla-Chef Elon Musk, dessen Firma vor den Toren Berlin in Grünheide eine neue Fabrik baut, oder Amazon-Gründer und Multimilliardär Jeff Bezos deutlich mehr Freude bereiten. Sollten die Berliner tatsächlich Tesla als neuen Hauptsponsor gewinnen, müsste wohl Konkurrent Hyundai weichen.

So oder so erwartet Hertha bei Abschluss eines neuen Vertrags ein erneuter Geldregen. Eine Zusammenarbeit mit dem Elektroautobauer Tesla oder dem Onlineversand-Riesen Amazon könnte bis zu 20 Millionen Euro im Jahr in die ohnehin gut gefüllte Klubkasse spülen und Herthas wirtschaftlichen Vorsprung vor dem 1. FC Union weiter ausbauen. Der Hauptsponsor vom Stadtrivalen aus Köpenick, der Immobilienkonzern Aroundtown, zahlt den Eisernen zweieinhalb Millionen Euro per annum. Mit dem Achtfachen dessen würde man in Westend in Sphären vorstoßen, in die der Klub auch sportlich will. Nur Wolfsburg (VW), Schalke (Gazprom), Dortmund (1&1) und Rekordmeister FC Bayern (Telekom) kassieren noch mehr Geld durch ihre Hauptsponsoren.