Hertha BSC: Ein Post mit Tragweite

Im Jahr 2018 zwitschert der Bundesligaklub Hertha BSC so eine Meldung natürlich über die Sozialen Medien in die Welt, ganz beiläufig, obwohl diese Nachricht zumindest für die mittelfristige Zukunft des Klubs doch eine nicht ganz unerhebliche Tragweite hat. „Seit 1996 ein Herthaner − und das bis mindestens 2022! Hertha BSC und Geschäftsführer Sport @michaelpreetz setzen ihre Zusammenarbeit fort! #Preetz2022 #hahohe“ war da jedenfalls gestern in dem Post zu lesen, was für all diejenigen, die sich nicht tagtäglich mit den Blau-Weißen auseinandersetzen, womöglich gar nicht so leicht zu deuten ist. Manager Michael Preetz, um dahingehend ein bisschen nachzuhelfen, hat also seinen bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag mit dem Bundesligisten um drei weitere Jahre verlängert, was Präsident Werner Gegenbauer mit folgenden Worten garnierte: „Somit kann die positive Entwicklung der vergangenen Jahre von Hertha BSC mit Kontinuität fortgeführt werden.“

Nicht geliebt, aber geschätzt

Niemand mag da widersprechen, wenngleich natürlich schon noch einmal daran erinnert werden darf, dass Preetz als Dieter-Hoeneß-Nachfolger allerlei Lehrgeld bezahlen musste. 2012 sah sich Gegenbauer bei einer Mitgliederversammlung gar gezwungen, sein Schicksal als Klubfunktionär an das von Preetz zu knüpfen, stellte dabei unumwunden fest, dass es keine Alternative zu dem ehemaligen Bundesligaprofi gebe, der drei Jahre zuvor vom Dieter-Hoeneß-Assistenten zum Geschäftsführer Sport befördert worden war.

Inzwischen wird Michael Preetz von den Anhängern des Klubs zwar immer noch nicht geliebt, aber allemal als gewiefter Personalpolitiker geschätzt. Als Einkäufer, der bei der Bewertung eines Spielers und dessen Perspektive nur noch selten danebenliegt, und als Verkäufer, der im Poker um Transfersummen mitunter erstaunliche Ergebnisse erzielt, siehe John Anthony Brooks (für 17 Millionen Euro nach Wolfsburg), siehe Mitchell Weiser (für zwölf Millionen Euro nach Leverkusen).

Dank der Zuarbeit von Cheftrainer Pal Dardai scheint seine Vision von einer auf Dauer ziemlich erfolgreichen Mannschaft, die aus Berliner Jungs und mit Weitblick gescouteten Könnern besteht, keine Fantasterei mehr zu sein. Ja, Preetz scheint mit seiner im Laufe der Jahre dazugewonnenen Fachkenntnis eine Basis für das langersehnte MEHR geschaffen zu haben. Ob dieses MEHR eines Tages vielleicht sogar den Gewinn eines Titels bedeutet, ist in Anbetracht der potenten Konkurrenz aber dann doch eher unwahrscheinlich.