Hertha BSC gegen Werder Bremen: Das Wichtigste zur Niederlage von Hertha BSC

Die Ausgangslage: Ein Spiel, das nicht im Olympiastadion stattfinden sollte, sondern in Bremen – und mehr muss man vielleicht nicht mehr dazu sagen. Außer man lässt es Herthas Manager Michael Preetz sagen: „Da spielt die Mannschaft der Stunde gegen die Mannschaft, die auswärts nicht jede Woche überrascht.“

Das Ergebnis: Wenig überraschend verlor Hertha auch das neunte Auswärtsspiel in Serie, diesmal 2:0, und am überraschendsten war am ehesten noch, dass diese Niederlage zu keinem Zeitpunkt gefährdet war.

Die erste Halbzeit: In Bremen gibt einen Spielzug, den sie hier klassisch nennen, weil sie ihn schon hundertmal gesehen haben von ihrer Mannschaft: eigene Ecke, Konter, drin. Hertha kann das jetzt auch. Nach neun Minuten hatte das Team von Pal Dardai den Ball an der Eckfahne, keine fünfzehn Sekunden später lag er im Netz, auf der anderen Seite. Max Kruse hatte auf Fin Bartels gepasst und der allein vor June Jarstein die linke Ecke gewählt. Herthas Torwart war chancenlos, beim zweiten Gegentor sechs Minuten später kann man das allerdings nicht behaupten. Man musste ihm sogar einen Assist zuschreiben, so wie er Bartels den Ball auflegte, den wiederum Kruse verwandelte.

Erwähnt muss werde muss noch eine Flanke von Maximilian Mittelstädt hinters Tor, zwei Einwürfe, die Alexander Esswein und Per Skjelbred zurück ins Aus passten und ein Befreiungsschlag von Jordan  Torunarigha ins Tor – Ausgangstor zwölf unterhalb des zweiten Stadionrangs. Alle Aktionen übrigens ohne gegnerische Einwirkung. Ach ja, ein Kopfball von Vladimir Darida kurz vor der Pause machte immerhin ein bisschen Hoffnung, dass dieses Spiel etwas ausgeglichener werden könnte.

Die zweite Halbzeit: Und das wurde es auch, weil zunächst Salomon Kalou sieben Minuten nach der Pause zum ersten Mal aufs Tor schoss – mit der Pieke, einen Meter vorbei. Aber auch diese seltene Offensivaktion veranlasste Dardai nicht, sich von seinem Platz zu erheben. Selten hat man Herthas Trainer so passiv an der Seitenlinie ein Spiel aussitzend erlebt wie am Sonnabend. Aufstehen musste Dardai dann nach einer Stunde, um Ondrej Duda noch ein paar Anweisungen zu geben.

Aber irgendwie half gar nichts an diesem Tag. Selbst als die Bremer sich darauf beschränkten, ihren Vorsprung zu verwalten und de Verwaltungskram nur selten durch Konter zu unterbreche, gelang Hertha kein Spielzug, der sie dorthin gefahren hätte, wo es gefährlich wird. Okay, Vedad Ibisevic köpfte eine Flanke immerhin mal Richtung Tor. Zu diesem Zeitpunkt, eine Viertelstunde vor Schluss, hatte Hertha übrigens nur ein Drittel aller Zweikämpfe gewonnen. Mit diesem Wert gewinnt man allerdings kein Spie. Auch nicht daheim.

Aufregung gab es dann doch noch mal kurz vor dem Ende, als der Bremer Innenverteidiger Lamine Sané Ibisevic an der Grundlinie grob von den Beinen grätschte, aber dafür nicht mit einem Elfmeterpfiff betraft wurde. Ibisevic lag danach fassungslos am Boden und schlug mehrmals mit der flachen Hand auf selbigen.

Das Fazit: In dieser Saison hat Hertha nur noch ein Auswärtsspiel, in Darmstadt, und das ist auch so eine Art Mannschaft der Stunde. Wenn sie bis dahin immer noch nicht abgestiegen ist.