Kennt die richtige Richtung: Hertha-Coach Bruno Labbadia.
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BerlinEs geht nicht immer streng nach den Gesetzen der Logik zu, wenn Fußballer rechnen. Dass 50 Prozent noch lange nicht die halbe Miete sind, ist zum Beispiel eine Formel, die Rudi Völler entwickelt hat. Bei Hertha BSC haben sie vor der Begegnung gegen Eintracht Frankfurt an diesem Sonnabend im Berliner Olympiastadion (15.30 Uhr) folgende Kalkulation aufgestellt: vierter Trainer, fünf Spiele, drei Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage, zehn Zähler macht 60 Punkte in der Endabrechnung der Saison. Wenn Bruno Labbadia so weitermacht wie bisher.

„Die Bilanz eines Champions-League-Anwärters“, folgert der Fußball-Bundesligist auf seiner Homepage. Bei einem erfolgreichen Auftritt kann Coach Labbadia mit dem Klassenerhalt und sicher einer Weiterbeschäftigung rechnen. Der 54-Jährige tritt gegen Frankfurt mit einem interessanten Zwischenergebnis an. Elfmal dirigierte Labbadia bereits eine Mannschaft als Trainer gegen die Frankfurter Eintracht, fünfmal gewann er, sechsmal sprang ein Remis heraus. Zuletzt gab es mit dem VfL Wolfsburg am 22. April vergangenen Jahres ein 1:1 daheim, das Hinspiel hatte Labbadia in Frankfurt mit dem VfL 2:1 gewonnen.

Geografisch liegt Labbadia als Darmstädter nicht so weit vom Hanauer Rudi Völler entfernt, mathematisch muss er die Parallelen zu Leverkusens Sportchef noch herausarbeiten. „Ich bin ja gebürtiger Hesse, vielleicht liegt es daran, dass ich ganz in der Nähe aufgewachsen bin“, kommentierte Labbadia schon mal schmunzelnd die Quersumme gegen Frankfurt. Für die Eintracht gespielt hat er nie, ebenso wenig die Eintracht trainiert. Gegen die Eintracht ist Labbadia so oft angetreten wie gegen kein anderes Team, ohne zu verlieren.

Dass Hertha BSC ebenfalls eine starke Bilanz gegen Eintracht Frankfurt aufweist, hätte Adam Riese sicher gefreut, auch wenn der ein Franke war: 29 Siege gelangen den Berlinern gegen die Hessen, so viele wie gegen kein anderes Team aus der aktuellen Bundesligatabelle, 111 Treffer erzielte die Hertha dabei.

Drei Punkte trennen die beiden Klubs vor dem direkten Aufeinandertreffen am 31. Spieltag. Das Hinspiel ging 2:2 aus, und zwar am 6. Dezember, Hertha-Trainer war damals Jürgen Klinsmann, 55 Jahre alt, der übrigens aus dem mathematisch eher unbedeutenden Botnang stammt.

Genug gerechnet? Moment! Zehn Punkte von 15 möglichen sind nach der Völler-Formel die halbe Miete, mindestens. Mit einem Sieg gegen die Frankfurter würde Hertha, na ja, das kann sich jetzt jeder bei derzeit 38 Punkten für den Tabellenneunten selbst ausrechnen.

Eins noch zum Schluss: Seit dem Aufstieg 2013 hat Hertha in den letzten vier Saisonspielen dies an Punkten aufaddiert: Vier, eins, eins, drei, vier, sieben. Das macht zusammen – na, Völler?