Die letzte Aktion, bei der Roman Hubnik auffällig wurde, passierte an einem Tag im Monat Juli. Während des Trainings bei Hertha BSC bekam der tschechische Nationalspieler einen Gewaltschuss des Brasilianers Ronny unglücklich ab und verdrehte sich beim Abwehrversuch das Knie. Ein paar Tage Ruhe wurden ihm damals verordnet.

Hubnik grätscht längst wieder und rennt und fightet. Er ist mittendrin – aber nur während der Übungsstunden des Erstligisten. In der Bundesliga hat Trainer Jos Luhukay keine Verwendung mehr für den 1,92 Meter großen Innenverteidiger mit dem Kämpferherz. Hubnik ist ein Fall für den Transfermarkt.

Der schließt dieses Mal erst am Montag, dem 2. September, da der traditionelle Termin, der 31. August, auf einen Sonnabend fällt.

Bundesliga-Jobbörse auf Hochtouren

Bis Montag um 12 Uhr müssen mögliche Transfers bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) angemeldet sein, bis 18 Uhr müssen die Vertragsunterlagen komplett vorliegen. Die Jobbörse der Bundesliga wird noch einmal kurz auf Hochtouren kommen, wobei die 18 Erstligisten bislang schon ein Investitionsvolumen von 238,8 Millionen Euro erreicht haben.

An der Spitze thront der FC Bayern München mit Ausgaben von 62 Millionen Euro für drei Zugänge, am Ende dieser Tabelle rangiert Aufsteiger Hertha BSC. Lediglich eine Million Euro an Ablöse wurden investiert, die für den Japaner Hajime Hosogai an Bayer Leverkusen zu zahlen sind. Diese Ausgabe, so scheint es jedenfalls nach drei erfolgreichen Spielen, wird sich schnell rentieren.

Hubnik aber, der 23 Länderspiele für Tschechien bestritt, hat angesichts der großen Konkurrenz in der Berliner Defensive keine Zukunft mehr bei Hertha. Im Winter 2010, als die Mannschaft unter Trainer Friedhelm Funkel das Tabellenende der Bundesliga zierte, wurde er gemeinsam mit Lewan Kobiaschwili und Theofanis Gekas nach Berlin gelotst, um den drohenden Abstieg zu vermeiden. Das misslang damals gründlich. Hubnik aber etablierte sich bei Hertha und stieg zum Stammspieler auf.

Erst sein total misslungener Auftritt bei der Europameisterschaft 2012, der ihn auch den Platz im Nationalteam kostete, ließ den Kopfballspezialisten ins Hintertreffen geraten. Beim 1:4 der Tschechen im Gruppenspiel gegen Russland gehörte Hubnik zu den größten Schwachpunkten im Team. Im 0:1 verlorenen Viertelfinale gegen Portugal blieb er draußen. Dieses Negativerlebnis hat den in der Berliner Mannschaft beliebten Hubnik arg belastet. Auch bei Hertha verlor er seinen Platz in der Innenverteidigung, die mit Zugang Sebastian Langkamp im Sommer zusätzlich verstärkt worden war.

Ingolstadt-Angebot abgelehnt

Vor Wochen sagte Manager Michael Preetz: „Roman hat die Rückrunde in der Zweiten Liga nicht genutzt, um seinen Status zu verbessern.“ Hertha möchte Hubnik nun unbedingt bis zum Montag transferieren und eine Ablöse akquirieren.

Ein Angebot des Zweitligisten FC Ingolstadt lehnte der Tscheche vor Kurzem ab. Zuerst hieß es, er wolle in Berlin seinen Vertrag bis 2014 erfüllen – auch wenn er kaum Einsatzchancen besitzt. Nun aber liegen Anfragen von Erstligisten aus der Schweiz und aus Russland vor. Ein Markt für Hubnik ist also vorhanden. Preetz sagt: „Roman schließt nicht mehr generell einen Wechsel aus.“

In der Schweiz gab es das Gerücht, dass der FC Luzern Interesse an Hubnik haben könnte. Doch Luzerns neuer Sportdirektor, der ehemalige Torjäger und Nationalspieler Alexander Frei, sagte dieser Zeitung: „Das stimmt nicht. Unser Kader ist komplett.“

Laut Preetz „gibt es noch keine Bewegung bei Hubnik“. Die Zeit drängt. Auch Neue sind beim Aufsteiger nicht mehr zu erwarten. Preetz: „An Zugängen ist nichts mehr geplant.“ Die Zeiten, als der Manager sechs Stunden vor Transferschluss – am 31. August 2009 – in Adrián Ramos, Florian Kringe und dem Brasilianer César hektisch gleich drei neue Spieler holte, sind vorbei. Damals befand sich Hertha BSC in einer sportlichen Notlage, jetzt herrscht Aufbruchstimmung.