Machen Platz für den Neuen in der Mitte: Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller (l.) und Sport-Geschäftsführer Michael Preetz (r.) bei der Vorstellung von Carsten Schmidt.
Foto: City Press/Florian Pohl

BerlinKurz vor Saisonbeginn überraschte Hertha BSC mit einer Personalie – allerdings aus der Führungsetage. Carsten Schmidt, 56, langjähriger CEO und aktuell Senior Advisor des Medienkonzerns Sky, wird zum 1. Dezember 2020 die Position des Vorsitzenden der Geschäftsführung von Hertha BSC antreten.  Neben seiner Gesamtverantwortung wird Carsten Schmidt die Bereiche Marketing, Vertrieb, Strategie, Unternehmenskommunikation und Internationalisierung direkt verantworten. Die bisherige Spitze aus Ingo Schiller und Michael Preetz soll sich voll auf ihre Kernkompetenzen Finanzen und Sport fokussieren. Schmidt, der sich gegen 60 Kandidaten durchgesetzt haben soll und sich bereits mit Investor Lars Windhorst formell austauschte, versichert: „Ich bin ein Teamplayer. Das wird man merken.“

Präsident Werner Gegenbauer sagte: „Unser Ziel war es, den in den vergangenen Jahren stetig wachsenden Anforderungen in einem Bundesliga-Verein als Wirtschaftsunternehmen Rechnung zu tragen und die Geschäftsführung zu erweitern.“ 

Neue Pläne gibt es auch für die Präsidiumswahl am 25. Oktober: Hertha plant eine Open-Air-Veranstaltung in der Ostkurve. „Wir glauben, dass diese schwierige Zeit nicht dazu führen soll, dass unsere Hertha-Familie sich nur noch virtuell sieht, wie bei der letzten Mitgliederversammlung. Natürlich werden die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten“, erklärt Aufsichtsrats-Chef Torsten-Jörn Klein: „Für das Amt des Präsidenten gibt es nur einen Kandidaten: Werner Gegenbauer. Für die acht verbleibenden Sitze stehen elf Personen zur Wahl.“

Während in der Führungsetage schöne Worte zur Teamfähigkeit fielen, zeigte Hertha-TV zur Einstimmung auf den Bundesligastart ein Video, auf dem ein Tor schöner herausgespielt war als das andere. Zuerst traf Kevin-Prince Boateng mit einem wuchtigen Kopfball. Dann gelang Marcelinho der zweite Treffer, den krönenden Abschluss bildete ein Solo von Yildiray Bastürk. 3:0 gewann Hertha BSC im März 2006 im Bremer Weserstadion beim SV Werder. So könnte die Saison aus Berliner Sicht gern wieder beginnen, wenn das Team von Bruno Labbadia am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) auf Bremen trifft. 

Suche unter Zeitnot

Der größte Unterschied zwischen den Hertha-Mannschaften von 2006 und 2020 fällt beim Lesen der Formationen sofort auf. Damals standen in Arne Friedrich, Dick van Burik, Marcelinho, Gilberto oder Marko Pantelic gestandene Anführer auf dem Platz. Die fehlen im Moment. Das Pokal-Aus beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig machte das deutlich.

Manager Michael Preetz findet: „Das war ein denkbar schlechter Einstieg in die Saison für uns. Braunschweig hat Defizite aufgezeigt, die wir so vorher nicht gesehen haben.“ Preetz meinte die desolate Abwehr, die zuvor – auch am Ende der zurückliegenden Saison – sehr gut funktioniert hatte. Nun musste unter Zeitnot die Balance zwischen Offensive, die ausgerechnet im Pokal auf Hochtouren lief, und Defensive hergestellt werden. „Unsere Planungen mussten wir aber oft über den Haufen werfen, da immer wieder Spieler ausgefallen sind und wir personell nie komplett waren“, klagte Bruno Labbadia.

Ob der neue Mittelstürmers Jhon Cordoba gegen Bremen zum Einsatz kommt, ließ der Hertha-Coach offen. Definitiv ausfallen wird am Sonnabend Javairo Dilrosun wegen einer Verletzung am Oberschenkel. Offen ist noch der Einsatz von Matheus Cunha, der während der Woche eine leichte Erkältung kurierte.