Verteidiger Niklas Stark von Hertha BSC hofft, sichtlich geschunden nach seinem Nasenbeinbruch, auf sein Debüt im DFB-Team.
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DüsseldorfHerthas Innenverteidiger Niklas Stark ist trotz eines Nasenbeinbruchs, den er sich am Sonnabend beim 2:4 im Ligaspiel gegen Leipzig in einem Zweikampf mit dem Österreicher Konrad Laimer zugezogen hat, am Dienstag zum Treffpunkt der DFB-Auswahl in Düsseldorf gereist. „Wenn der Bundestrainer anruft und sagt, er will mich dabei haben, dann komme ich, wenn ich laufen kann. Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht“, erklärte der 24-Jährige, als er im Teamhotel eincheckte. Er trug dabei einen Nasenschutz und hatte Veilchen an beiden Augen.

Trotz des Handicaps will er am Sonnabend in Mönchengladbach beim EM-Qualifikationsspiel gegen Weißrussland endlich sein Debüt im Nationaltrikot feiern. Er hat es leid, als Pechvogel wahrgenommen zu werden. Das Testspiel gegen Argentinien am 9. Oktober hatte er ja wegen eines Magen-Darm-Infekts verpasst, das EM-Qualifikationsspiel vier Tage darauf in Estland wiederum wegen einer  Schnittwunde am Bein. Wobei in diesem Fall ein nächtlicher Zusammenstoß mit einem Glastisch die Ursache war.

Grünes Licht vom Teamarzt

Dass der bislang unter Löw am längsten auf sein Debüt wartende Spieler nun am Sonnabend  womöglich seine Premiere feiern darf, liegt kurioserweise daran, dass sich Stark bereits im vergangenen Jahr beim 2:1-Sieg gegen den 1. FC Köln die Nase brach. Denn normalerweise hätte die Anfertigung einer Spezial-Maske zu lange gedauert. Weil Stark den für ihn maßgeschneiderten, aus Karbon hergestellten Gesichtsschutz noch im Schrank hatte, erteilte ihm Herthas Teamarzt Ulrich Schleicher grünes Licht. „Wenn man die Vorgeschichte kennt, weiß man, dass er alles daran setzt sich jetzt zum Nationalspieler zu küren. Natürlich nicht auf Kosten der Gesundheit. Das wissen alle Seiten und sind sensibilisiert“, sagte Hertha-Coach Ante Covic. Das letzte Wort hat die medizinische Abteilung des DFB. Löw soll Stark bereits eine Einsatzgarantie ausgestellt haben.

Dass der Franke alles daran setzt, endlich sein Können auch beim DFB zu beweisen, liegt auch an der Gunst der Stunde. Schließlich fallen mit Bayerns Niklas Süle (Kreuzbandriss) und Chelseas Antonio Rüdiger (erneute Leisten-OP) zwei Spieler für das Abwehrzentrum länger aus. Löw stehen mit Matthias Ginter (Mönchengladbach), Jonathan Tah (Leverkusen) und eben Stark lediglich drei gelernte Innenverteidiger zur Verfügung.