Berlin - Weiter kein Gedanke an einen neuen Cheftrainer-Vertrag, dafür eine Rechnung als Warnung. „Wir müssen noch etwas schaffen. Es fehlen noch vier Punkte“, erklärte Hertha-Trainer Coach Pal Dardai vor dem nächsten Bundesliga-Spiel seines Teams am Freitag (20.30 Uhr) bei Hannover 96. Für verfrühte Zufriedenheit und Zukunftsaussichten sei die Zeit noch nicht gekommen, betonte der Ungar. „Ich bin keine Träumer. Ich beschäftige mich nicht damit“, wiegelte er am Mittwoch erneut das Thema ab. Allerdings steht Dardai kurz vor der Beförderung. In den acht Spielen mit dem Nachfolger von Jos Luhukay holten die Berliner 14 Punkte.

„Wir haben uns in eine gute Ausgangsposition gebracht, in eine deutlich bessere als vor vier, sechs Wochen“, betonte Manager Michael Preetz: „Wir haben noch Spiele vor der Brust und wollen punkten.“ Derzeit liegt die Mannschaft als Tabellen-Elfter sieben Zähler vor dem Abstiegs-Relegationsplatz 16. „Wenn wir weiter so arbeiten, können wir optimistisch auf die Reise gehen“, sagte Dardai.

Ausfälle drohen zuletzt siegreicher Elf

Dardai muss bei den auf Rang 15 (28 Punkte) liegenden Niedersachsen seine jüngste Siegerelf vom 2:0 gegen Paderborn möglicherweise umstellen. Linksverteidiger Marvin Plattenhardt, den muskuläre Probleme plagen, und der an einer Rückenblessur leidende Offensivmann Roy Beerens konnten auch am Mittwoch nicht trainieren. Auch Hajime Hosogai, Ronny und Änis Ben-Hatira sind noch nicht wieder fit. Insgesamt konnte Hertha vor dem Duell gegen 96 nur mit 15 Feldspielern und drei Torhütern üben.

Die Entscheidung über ein mögliches Mitwirken von Plattenhardt und Beerens soll erst nach dem Abschlusstraining fallen. „Wir sind vorbereitet für den schlechteren Fall“, betonte Dardai: „Große Sorgen mache ich mir nicht.“ U21-Nationalspieler und Paderborn-Torschütze Nico Schulz sowie Marcel Ndjeng könnten die vakanten Positionen übernehmen. Ein halbe Stunde lang ließ Dardai Standards trainieren „mit anderen Schützen“, verriet der Hertha-Coach selbst. Zuletzt hatte Plattenhardt mit seinen Freistößen für viel Torgefahr gesorgt.

96 hält Dardai für einen „sehr gefährlichen Gegner, der nie aufgegeben hat“, obwohl das Team von Trainer Tayfun Korkut in der Rückrunde noch keinen Sieg errungen und 2015 überhaupt erst vier Punkte eingesammelt hat. „Ich halte auch den Trainer für gut. Viele Sachen stimmen, auch von den Einzelspielern her. Wir gehen vorsichtig und vorbereitet in dieses Spiel“, erklärte Dardai. (dpa)