Übt bereits den Torjubel für das Pokalspiel auf Schalke: Herthas Krzysztof Piatek.
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Berlin-WestendKrzysztof Piatek saß auf dem Podium und lauschte mit weit aufgerissen Augen den Ausführungen von Jürgen Klinsmann und Michael Preetz. Dabei bewies Herthas neuer Hoffnungsträger Humor. Auf die Frage, was seinem neuen Cheftrainer und seinem neuen Manager an seiner Spielweise besonders gefällt, grätschte der Pole dazwischen und sagte: „Alles.“


Dabei hätte er das Wort nicht ergreifen müssen. Klinsmann und Preetz gaben sich keine Mühe, mit den immensen Hoffnungen, die sie mit dem für 23 Millionen Euro vom AC Mailand verpflichteten Stürmer verbinden, hinter dem Berg zu halten. Häufig habe Hertha in der Vergangenheit Spieler „mit größerem Entwicklungspotenzial als vielleicht schon aktueller Qualität verpflichtet“, erklärte Preetz. „Bei Kris ist das anders. Er ist ein Spieler, der ein klassischer Torjäger ist, lebt und arbeitet, um Tore zu schießen. Er wird die Bundesliga beleben“, kündigte der Manager an. Klinsmann stand dem in Nichts nach, forderte, „dass es sein Ziel sein muss, einer der besten Stürmer der Welt zu werden“.

Den Gegner grillen  

Kein Wunder also, dass Piatek für das Pokal-Achtelfinale am Dienstagabend auf Schalke (20.45 Uhr) eine Startelfgarantie und einen klaren Auftrag bekommt. „Ich will, dass er die jüngeren Spieler anführt, ihnen vormacht, wie man den Gegner grillt“, erklärte Klinsmann. Piateks Einstellung stimme bereits, er lebe jeden Tag vor, „wie hart man arbeiten muss, um ein Spieler seiner Klasse zu werden. Warum ist ein Messi ein Messi, warum ist ein Ronaldo ein Ronaldo? Weil sie mehr arbeiten“, sagte Klinsmann.

Piatek, der sich an seinem Nationalmannschaftskollegen Robert Lewandowski orientiert und in 55 Serie-A-Spielen 26 Tore schoss, schien durch die Vorschusslorbeeren weder geschmeichelt noch unter Druck gesetzt. Er sei gut in Form, habe in Mailand bis zuletzt Spielpraxis gesammelt und sei zur Hertha gewechselt „um hier Champions League zu spielen“.

Bevor die Königsklasse ruft, soll Piatek nach seiner vielversprechenden, aber torlosen 30-minütigen Premiere beim ersten Duell mit Schalke (0:0) vor vier Tagen, nun im Pokal Herthas harmloses Angriffsspiel beleben. „Für uns ist es wichtig, ihn ins Spiel zu bringen, um mehr Druck zu entwickeln und mehr Chancen herauszuspielen“, erklärte Klinsmann,  der mehr Offensivdrang in Aussicht stellte, aber gleichzeitig von „einem Fight“ sprach, der „gerne ein bisschen eklig werden kann“. Vielleicht ließ er auch deswegen am Montag noch Elfmeterschießen üben.