In die verhärtete Debatte um einen Standort für ein neues Fußballstadion von Hertha BSC kommt Bewegung. Wie Herthas Stadion-Geschäftsführer Klaus Teichert sagt, wolle der Fußballbundesligist sich den Standort (Ex)-Flughafen Tegel noch einmal genauer anschauen. Gleichzeitig soll nach Auskunft des Landessportbundes die Senatskanzlei die beteiligten Senatsverwaltungen, die einen Bau in Tegel ermöglichen müssten, an einen Tisch holen. Das sind Ergebnisse eines sportpolitischen Dialogs der SPD-Fraktion am Donnerstagabend im Abgeordnetenhaus.

Hintergrund ist der Wunsch von Hertha BSC, den seit 1963 laufenden Vertrag mit dem Olympiastadion nicht über das Jahr 2025 hinaus zu verlängern. Stattdessen möchte der Verein ein eigenes reines Fußballstadion für rund 55.000 Zuschauer bauen. Seit mehr als zwei Jahren läuft die Suche nach einem geeigneten Standort.

Hertha BSC will weiter einen Stadionneubau im Olympiapark

Stadionneubau-Manager Teichert machte am Donnerstag noch einmal ganz deutlich, dass der Club weiterhin einen Neubau im Olympiapark direkt neben dem Olympiastadion favorisiert. Es gebe keinen Standort, der auch nur annähernd so gut an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden sei. Außerdem mache der Club dem Land Berlin das Angebot, den bisher nicht optimal genutzten Olympiapark inklusive Waldbühne zu betreiben und weiterzuentwickeln.

Genauso deutlich machte aber auch Dennis Buchner, dass es für diese Pläne derzeit keine politischen Mehrheiten gibt. Der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion wiederholte am Donnerstag seine Ablehnung für ein neues Stadion im Olympiapark. Das Areal sei allein deswegen schon nicht geeignet, weil die Wohnungsbaugenossenschaft, die dort ein Wohnhaus mit 24 Wohnungen besitzt, nicht verkaufen will. Dazu kämen Hürden wie Denkmal- und Lärmschutz.

Keine Fraktion ist uneingeschränkt für ein neues Hertha-Stadion im Olympiapark

Tatsächlich haben sich fünf Fraktionen im Abgeordnetenhaus gegen einen Neubau im Olympiapark ausgesprochen. Einzig die CDU zeigt sich bisher gespalten. Keine ist uneingeschränkt dafür.

Nach Aussage von Herthas Stadion-Manager Teichert ist der bisherige Flughafen Tegel bei der Machbarkeitsstudie auf Platz 2 hinter dem Olympiapark gelandet – auch weil es nicht so gut angebunden sei und natürlich, weil es wegen der Baupannen am BER noch viele Unwägbarkeiten über einen möglichen Baustart gebe. Aber natürlich sei man bereit über Tegel zu reden. „Wir freuen uns auf die Vorschläge, die dazu kommen“, sagte er am Donnerstag.

Hertha-Stadion in Tegel: Dieser Teil des Flughafens käme in Betracht

Ein konkreter Vorschlag kommt aus Reinickendorf. Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) hat unlängst eine Fläche im bisherigen militärischen Teil des Flughafens im Norden des Areals ins Gespräch gebracht. Nicht weit davon entfernt verläuft die U-Bahnlinie U6, zumindest die beiden Bahnhöfen Scharnweber- und Otisstraße wären fußläufig erreichbar.