Timo Werner wird im Hinspiel von Hertha in die Zange genommen.
imago-images/Bernd König

Berlin-CharlottenburgDen Abwehrspielern von Mainz 05 ist wohl noch immer schwindelig, wenn sie an die jüngste 0:5-Heimniederlage gegen RB Leipzig denken und vor allem an Sturmspitze Timo Werner. Der 24 Jahre alte Nationalspieler überlief die Mainzer, wie er wollte, traf dreimal und hat nun bereits 24 Saisontreffer auf seinem Konto und dazu sieben Assists. Nur Bayerns Mittelstürmer Robert Lewandowski rangiert mit 27 Toren noch vor ihm.

Nun trifft Werner am Mittwoch (18.30 Uhr) in Leipzig auf seinen ehemaligen Förderer Bruno Labbadia, der mit seiner neuen Mannschaft von Hertha BSC anreist – mit zwei Siegen gegen Hoffenheim (3:0) und den 1. FC Union (4:0) im Rücken.

Labbadia lächelte und schüttelte den Kopf, als er auf die Frage antwortete, ob Hertha Timo Werner in Manndeckung nehmen werde. „Nein, das kommt nicht in Frage“, sagte der 54-Jährige, „ich wüsste keinen, den wir dann nicht in Manndeckung nehmen müssten. Wir müssen das doch im Kollektiv hinbekommen.“

Eine unsägliche Bilanz

Dabei kennt Labbadia den pfeilschnellen Mann bestens. Beim VfB Stuttgart kam der damals 16-Jährige zum ersten Mal zum Talent-Training bei den Profis zu Labbadia. Aber als klassischer Entdecker des Stürmers sieht sich der Coach nicht. Er habe Werner später als 17-Jährigen zum ersten Mal gebracht. „Ich glaube, es war in der Europa League.“

Doch RB Leipzig hat nicht nur Werner, sondern viele Klassespieler in seinen Reihen. Die unsägliche Bilanz von Hertha BSC gegen RB in der Bundesliga – sechs Niederlagen und gerade mal ein Sieg bei einem Torverhältnis von 8:26 – schreckt aber Labbadia nicht ab. Er sagt: „Wir können gegen solch einen Gegner als Team nur wachsen. Wir werden einiges aushalten müssen in einem intensiven Spiel.“ RB ist für Herthas Trainer „eine Mannschaft, die schon lange zusammenspielt und immer wieder glänzend mit neuen Profis ergänzt worden ist“.

Hertha fühlt sich aber gewappnet für Spiel drei unter dem neuen Coach, der nach zwei Siegen und ansprechenden spielerischen Auftritten Optimismus in den Verein gebracht hat. Labbadia sagt: „Die Mannschaft spürt, dass sich harte Arbeit lohnt. Das ist ein Kreislauf. Mit Siegen wächst der Glaube an die eigenen Fähigkeiten und es gelingen wieder viele Dinge auf dem Platz.“ Dennoch bleiben sie bei Hertha auf dem Boden. „Wir lassen uns nicht blenden und drehen nicht durch, weil wir das Derby 4:0 gewonnen haben. Wir bleiben sachlich“, so die wohltuende Analyse von Labbadia.