Berlin-Westend - Über Wochen hing die wichtigste blau-weiße Personalie in der Luft. Jetzt ist der Weg für Fredi Bobic zu Hertha BSC endlich frei. Frankfurts Sportvorstand einigte sich mit der Eintracht auf eine vorzeitige Auflösung seines ursprünglich bis Sommer 2023 gültigen Arbeitsvertrags zum 31. Mai 2021. Ab 1. Juni beginnt er als Geschäftsführer der Blau-Weißen.

Während die Eintracht nur einen Tag nach der Trennung von Trainer Adi Hütter, der dank einer Ausstiegsklausel bei Borussia Mönchengladbach anheuert, und des bereits feststehenden Abschieds von Sportdirektor Bruno Hübner ihre komplette sportliche Führungsriege verliert, ist Herthas größtes Problem auf den ersten Blick gelöst. „Wir sind sehr erfreut, mit Fredi Bobic unseren Wunschkandidaten gewonnen zu haben und freuen uns auf die zukünftige erfolgreiche Zusammenarbeit“, ließ Präsident Werner Gegenbauer per Pressemitteilung wissen.

Der 49 Jahre alte Bobic folgt damit auf den Ende Januar entlassenen Michael Preetz. Statt den einst kolportierten fünf Millionen sollen zwei bis drei Millionen Euro als Ablöse nach Frankfurt fließen. Offiziell wurde zwischen Bobic und der SGE Stillschweigen vereinbart.

Auf Bobic wartet viel Arbeit

Dem Vernehmen nach waren die Berliner bemüht, den ehemaligen Stürmer so früh wie möglich zu verpflichten, um bereits wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen. Schließlich liegt bei Hertha bekanntlich vieles im Argen. Höchste Priorität hat die Kaderplanung für die neue Spielzeit, zeigt diese Saison doch, dass das vorhandene Spielermaterial trotz der gigantischen 140 Millionen Euro, die in den vergangenen zwei Jahren mit der Hilfe von Investor Lars Windhorst in die Mannschaft geflossen sind, alles andere als ausgewogen ist. Weitere, ungeklärte Fragen, die auf Bobic rund um den Schenckendorffplatz warten sind: Stadion-Neubau, Hauptsponsor (Vertrag läuft aus), Trainer und Sportdirektor (Arne Friedrichs Vertrag läuft aus).

Bleibt Bobic Bundesliga-Manager?

Mit Bobic bekommen die Blau-Weißen einen ausgewiesenen Fachmann, der sowohl beim VfB Stuttgart als auch bei der Eintracht in den vergangenen fünf Jahren exzellente Arbeit als Manager leistete. „Nach meiner Entscheidung, eine neue Herausforderung zu suchen, gab es offene und überzeugende Gespräche, insbesondere mit dem Präsidenten von Hertha BSC, Werner Gegenbauer. Ich freue mich, ab Sommer wieder Teil der Hertha-Familie zu sein“, verkündete Bobic.

Ob der ehemalige Stürmer sich ab 1. Juni auch weiterhin Bundesliga-Manager nennen darf, liegt an Trainer Pal Dardai und seiner Elf. Hertha muss in den kommenden Wochen und Duellen gegen die direkten Konkurrenten im Tabellenkeller punkten, um den Klassenerhalt zu schaffen.