Berlin - Als Fredi Bobic und Felix Magath nach der 1:4-Niederlage im Stadtderby gegen den 1. FC Union Berlin davon sprachen, dass sie im Abstiegskampf noch alles in der eigenen Hand haben, klang das nach den handelsüblichen Durchhalteparolen, die der Sportchef und Trainer von Hertha BSC da reflexartig nach außen kommunizierten. Der Blick auf die anstehenden Duelle mit den direkten Konkurrenten aus Augsburg, Stuttgart und Bielefeld sollte Bobic und Magath dabei inhaltlich recht geben, die Leistung und die Tabellensituation aber ließen Zweifel aufkommen.

Abstiegsduell, Teil drei: Auf Augsburg und Stuttgart folgt Bielefeld

Abstiegsduell, dritter Teil heißt es nun am Sonnabend (15.30 Uhr) bei Arminia Bielefeld und, was soll man sagen, aus Zukunftsangst ist mit den Siegen gegen Augsburg und Stuttgart große Euphorie ob des greifbar nahen Klassenerhalts geworden. Von Tabellenplatz 17 ging es für die Mannschaft von Felix Magath auf Rang 15 – der Vorsprung auf den kommenden Gegner beträgt mittlerweile sechs Punkte, vier Zähler sind es zu den Stuttgartern auf dem Relegationsplatz. Die Ausgangslage für die Blau-Weißen hat sich sogar so sehr ins Positive verändert, dass mit einem Sieg in Bielefeld und einer Niederlage des VfB gegen Wolfsburg der Klassenerhalt bereits am Sonnabend sicher ist.

Felix Magath also hätte am Donnerstag auf der Pressekonferenz etwas mehr Optimismus versprühen können, als er so über die große Chance am drittletzten Spieltag sprach. Da er aber wieder einmal davon erzählte, was er in seinen bislang 500 Spielen als Trainer schon so alles erlebt habe, klang das diesmal auch in Phasen nach dem, was man schon öfter vor solchen Spielen gehört hat. Magath sprach von der „ganz harten Nuss in Bielefeld“ oder davon, dass es „da sowieso schwierig zu spielen“ sei. Freudig, ob der verbesserten Ausgangslage im Vergleich vor knapp drei Wochen, fahre er keineswegs nach Bielefeld.

Felix Magath möchte mit Hertha BSC Silber, kann aber schon Gold holen

Wahrscheinlich aber tut der Trainerfuchs gut daran, eine eher defensive Herangehensweise an die Aufgabe zu wählen. Bloß nicht in zu große Euphorie verfallen, damit das zarte Pflänzlein, das gerade kräftigere Wurzeln bekommt, nicht noch vor der Blüte eingeht. Denn: „Bielefeld kämpft um die Chance, uns da wieder mit reinzuziehen“, so Magath. Genau wie Hertha BSC nach dem verlorenen Derby gegen Union Berlin hat es die Arminia schließlich auch noch selber in der Hand, den Klassenerhalt zu schaffen. Natürlich unter schlechteren Voraussetzung als die Berliner, aber eben noch nicht aussichtslos. „Wir haben schon kleine Schritte in Richtung Klassenerhalt gemacht“, sagt der Hertha-Trainer. „Wir haben Bronze erreicht und können in Bielefeld Silber holen.“ Unter bereits beschriebenen Konstellationen könnte es sogar schon Gold werden. Aber das haben die Berliner nicht nur in den eigenen Händen.