Ein neues Kapitel in Windhorsts Hertha-Story: Lars und die Detektive

Vor dem von Hertha BSC ausgerufenen Nachhaltigkeitsspieltag gegen Hoffenheim wird der Klub mit einer Spionage-Geschichte um Investor Windhorst konfrontiert.

Investor Lars Windhorst bei der Mitgliederversammlung von Hertha BSC.
Investor Lars Windhorst bei der Mitgliederversammlung von Hertha BSC.dpa/Sören Stache

Nachhaltigkeit meint Beständigkeit, den Erfolg einer Sache. Es ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem die natürliche Regenerationsfähigkeit von Systemen sichergestellt wird. Wer was entwickelt, will das nachhaltig tun – insofern passt es gut, dass Herthas Präsident Kay Bernstein das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag (17.30 Uhr, DAZN) frei nach Berliner Schnauze zum „Nachhaltigkeitsspieltach“ erklärt hat und mit einem fröhlichen „Uffjepasst“ alle Herthanerinnen und Herthaner zum Radeln Richtung Westend einlädt. Vom Hanne-Sobek-Platz am S-Bahnhof Gesundbrunnen (11.30 Uhr) gehe es zum Olympiastadion, erläutert Bernstein im Video – frei nach Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

Hertha BSC vermittelt per App unverkauftes Essen nach Spieltagen

Nachhaltig will Bernstein weiter das Klima bei Hertha BSC verändern. Nachhaltig will Trainer Sandro Schwarz weiter das Team entwickeln, das nach sieben Spielen mit sechs Zählern auf Tabellenplatz 13 liegt und sein verbessertes Spiel mit einer verbesserten Punkte-Ausbeute belegen möchte. Nachhaltig will der Klub zudem künftig mit Lebensmitteln umgehen, die bislang an den Heimspieltagen in den Abfall geworfen wurden. Durch die Zusammenarbeit mit der App „To Good To Go“ vermittelt Hertha unverkauftes Essen etwa aus dem VIP-Bereich zum vergünstigten Preis an Selbstabholer.

Bei all den nachhaltigen Veränderungen, die Bernstein in die Wege geleitet hat, halten sich nachhaltig Zweifel darüber, ob Investor Lars Windhorst Kästners Gedicht über Moral auf eigene Art interpretiert hat. Seiner bislang durchaus mit Wendungen versehenen Hertha-Story fügte die Financial Times nun das Kapitel „Lars und die Detektive“ hinzu.

Windhorst-Sprecher bezeichnet Bericht als „kompletten Unsinn“

So berichtet die Zeitung, der Finanzier soll einer Klage zufolge eine israelische Detektei beauftragt haben, um den Sturz des früheren Hertha-Präsidenten Werner Gegenbauer zu arrangieren. 20 Leute der Firma Shibumi Strategy Limited sollen mit einer Online- und Offline-Kampagne beauftragt worden sein. Gegenüber ntv.de bezeichnete Windhorsts Sprecher Andreas Fritzenkötter den Bericht als „kompletten Unsinn“.

Gegenstand der Klage, auf deren Gerichtsakten sich der Bericht der Financial Times stützt, sei, dass Windhorst die angeblich fixierte Million für acht Monate Arbeit samt Erfolgsprämie von vier Millionen Euro nicht bezahlt habe. Hertha BSC vermeldete: Windhorsts Investmentfirma Tennor habe „uns übermittelt, dass diese Geschichte völliger Unsinn ist“. Ob sie den Ansatz eines neuen Miteinanders nachhaltig stört? Bleibt erst mal offen.