Berlin - Die Eckfahne in Blau-Weiß flatterte fröhlich im Wind. In den sozialen Medien hatte Hertha BSC gerade versucht, ein harmonisches Bild von einer strahlenden Sonne am blauen Schäfchenwolkenhimmel über dem Trainingsrasen im Olympiapark zu vermitteln. Kurz darauf vermeldete der Berliner Bundesligist am Dienstagnachmittag dann aber eine Personalie, die für weitere Unruhe im Verein sorgen dürfte: Klubchef Carsten Schmidt (58) verlässt den kriselnden Fußball-Bundesligisten Hertha BSC nach nicht einmal einem Jahr wieder. Der Vorsitzende der Geschäftsführung hört aus persönlichen Gründen beim Tabellenvierzehnten auf.

Den Aufgabenbereich von Schmidt übernehmen die beiden Geschäftsführer Fredi Bobic und Ingo Schiller. „Ich danke dem Präsidium und Aufsichtsrat von Hertha BSC, dass meinem Wunsch zur Vertragsauflösung einvernehmlich und kurzfristig nachgekommen wurde. Es sind ausschließlich unauflösbare private Gründe aufgrund von Krankheit in meinem direkten familiären Umfeld, die mich zu diesem Schritt veranlassten“, sagte Schmidt in der Klub-Pressemitteilung.

Schmidt kam im Dezember 2020 zu Hertha BSC

Die Arbeit für Hertha habe ihm „zu jeder Zeit große Freude bereitet“. Er werde als Mitglied dem Klub „auf immer eng verbunden bleiben“, versprach Schmidt. „Nach vertrauensvollen Gesprächen haben wir seiner Bitte schweren Herzens entsprochen. Wir bedanken uns bei Carsten Schmidt ausdrücklich für die wertvolle Arbeit für Hertha BSC und wünschen ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft“, meinte Präsident Werner Gegenbauer.

Schmidt war im Dezember 2020 als großer Hoffnungsträger zu Hertha gewechselt. Noch im Juli 2021 hatte er betont, die Stärken des Klubs identifiziert zu haben. „Es wird aber auch spürbare inhaltliche Veränderungen geben müssen, um das volle Potenzial des Clubs in den nächsten Jahren auszuschöpfen.“

Schmidt konnte wohl nicht so wirken wie er es wünschte

Schmidt sollte dafür sorgen, das arg ramponierte Erscheinungsbild der Hertha positiver zu gestalten. Dem Vernehmen nach gab es in den vergangenen Monaten immer mal wieder Widerstände gegen Initiativen des Medienprofis, er konnte angeblich wohl längst nicht so wirken, wie er sich das gewünscht hätte.

Schmidt war zuvor Vorsitzender der Geschäftsführung beim Pay-TV-Sender Sky. Trotz der von Investor Lars Windhorst bereitgestellten 374 Millionen Euro gelang es ihm in Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Bobic nicht, die Hertha aus dem sportlichen Mittelmaß herauszuführen.