Berlin - Nur sechs Punkte aus bislang sieben Spielen, gegen den SC Freiburg wieder verloren. Doch bei Hertha BSC ist nicht alles schlecht. Darin waren sich Manager Fredi Bobic und Trainer Pal Dardai auch einen Tag nach dem Spiel einig. Das beste Beispiel für den stillen Fortschritt, den manch einer ob der Niederlage nicht sehen wollte, ist Dennis Jastrzembski (21). Denn DJ scheint jetzt richtig aufzudrehen. Viele hatten den blonden Flügelflitzer schon abgeschrieben. Jetzt ist er wieder voll da und bekam nach dem 1:2 gegen SC Freiburg großes Lob von Trainer Pal Dardai: „Dennis hat das sehr gut gemacht. Wenn er Raum hat, macht er ein gutes Spiel.“

DJ, so nennt er sich selbst, hat drei Jahre mit Höhen und Tiefen hinter sich. 2018 stieß er von der U19 in den blau-weißen Profi-Kader. In der ersten Saison kam er zum Saisonstart zu fünf Teileinsätzen. Dann warfen ihn Verletzungen zurück. In seiner zweiten Saison fiel er dann in ein Leistungsloch. Auch die vielen Trainerwechsel in der Spielzeit 2019/20 mit den Verantwortlichen Ante Covic, Jürgen Klinsmann, Alexander Nouri und Bruno Labbadia waren schädlich für eine konstante Entwicklung des Talents.

In der Winterpause wurde er an den SC Paderborn ausgeliehen. Mit den Ostwestfalen stieg er aus der Bundesliga ab. Und ein Jahr später, im Januar dieses Jahres, wollte der SCP ihn auch nicht mehr. Nach nur drei Spielen in der 2. Bundesliga führte der Wegs des schnellen Außenstürmers noch eine Liga tiefer zu Drittligist Waldhof Mannheim. Dort bekam er immerhin wieder Spielzeit, stand in 15 Partien auf dem Platz, erzielte einen Treffer.

Als DJ jetzt im Sommer zurück zu Hertha kam, galt er zunächst als Wechselkandidat – wieder zu einem unterklassigen Verein. Die Drittligisten Eintracht Braunschweig und 1. FC Kaiserslautern wollten ihn schon verpflichten, ein Wechsel kam allerdings nicht zustande. Statt 3. Liga bei einem dieser Traditionsvereine kickte er im August zweimal für die Hertha-Reserve, stand gegen Lichtenberg 47 und Chemie Leipzig jeweils eine Stunde auf dem Platz. Weiter in Berlin eine Chance zu haben, ist für Jastrzembski eine Herausforderung: „Ich bin froh, wieder zuhause zu sein. Ich will für Hertha alles geben.“ DJ glaubte weiterhin an seinen großen Bundesliga-Traum und biss sich mit Fleiß und viel Zuspruch von Dardai durch.

In den vergangenen vier Spielen war der polnische U21-Nationalspieler immer dabei, gegen Bochum stand er als Teil der Fünfer-Abwehrkette sogar in der Startelf. Gegen Freiburg machte DJ jetzt sein bisher bestes Spiel. Dardai: „Wir brauchen Schnelligkeit, die hat Dennis. Mit ihm haben wir das Spiel belebt. Er hat sehr viel geholfen. Er hat Schwung reingebracht.“ DJ dreht auf, jetzt muss es Hertha aber auch in der Tabelle mal tun.