Berlin-Westend - Gestern habe ich mir eine aufregende Szene auf YouTube angeschaut. Beim Betrachten der nur 30 Sekunden langen Sequenz bekam ich Gänsehaut – natürlich längst nicht so heftig wie einst vor über 16 Jahren, als ich auf der weitläufigen Pressetribüne des Münchner Olympiastadions saß. In diesem Fall stand ich aber längst auf meinem Platz, hatte aufgeregt die Hände zu Fäusten geballt und hoffte inständig auf den Fußball-Gott, den ich allerdings noch nie live gesehen hatte. Was war passiert?

Am vorletzten Spieltag der Saison 2003/04 spielte Hertha bei 1860 München und benötigte wenigstens ein Remis, um den Klassenerhalt zu sichern. Beim Stand von 1:1 berührte Arne Friedrich in der 89. Minute den Münchner Martin Stranzl, der ging zu Boden und Referee Stefan Trautmann aus Hannover entschied auf Strafstoß. Wahnsinn! Ein Drama! 1860-Stürmer Francis Kioyo trat an und verballerte, schoss scharf links neben das Tor. Hertha-Keeper Christian Fiedler hämmerte vor Erleichterung wild mit den Fäusten auf den Rasen. Hertha war gerettet! Auf YouTube ist dieser Moment festgehalten. Herthas Profis zogen sich flugs T-Shirts über mit der Aufschrift „Danke, Hans!“ Gemeint war Trainer Hans Meyer, der in der Winterpause die Herkulesaufgabe übernommen hatte, Hertha vor dem Abstieg zu bewahren.

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