Berlin - In scharfen Worten hat der frühere Hertha-Profi Axel Kruse Investor Lars Windhorst und dessen Aussagen über Klub-Präsident Werner Gegenbauer kritisiert. „Seit wann entscheidet denn der Investor, wer Präsident ist oder wer nicht?“, sagte Kruse im RBB-Podcast „Hauptstadtderby“ über Windhorst und wurde in seiner Wortwahl teilweise auch sehr heftig.

„Anstatt sich über den Sieg zu freuen, setzt sich diese Pfeife dahin und zieht vom Leder und macht alles wieder kaputt“, polterte der ehemalige Hertha-Kapitän im Podcast. Kruse, der bekannt dafür ist, sein Herz auf der Zunge zu tragen, über Windhorst: „Seit Monaten kommt er mit jeder Scheiße um die Ecke, das ist unerträglich. Er will den Verein komplett übernehmen. Er will Gegenbauer an der Spitze als Präsident weghaben und will da einen Lakaien von sich haben und er will Ingo Schiller als Finanzchef weghaben. Er will also Zugriff aufs Geld. Mit dem Auftritt hat er sich noch mehr entlarvt.“

Kruse bestätigte Windhorsts Aussage, dass es beim Fußball-Bundesligisten aus der Hauptstadt viele Kritiker von Gegenbauer gebe. „Aber ich glaube, jetzt hat er ganz viele noch an die Seite von Werner Gegenbauer gebracht“, sagte der 54-Jährige, der zwischen 1989 und 1991 sowie von 1996 bis 1998 für den Hauptstadtklub spielte. Auch heute ist er mit dem Verein unter anderem noch durch die Initiative „Fahnenträger“ verbunden.

Am Sonntag, einen Tag nach dem sportlichen Befreiungsschlag durch das 3:0 gegen die TSG 1899 Hoffenheim, hatte Windhorst die Machtfrage bei der Hertha gestellt. Gegenbauer gehe es nicht um Erfolg, sondern um „Machterhalt“, sagte Windhorst dem TV-Sender Bild. Der Hertha-Präsident behandele den Klub wie ein „persönliches Spielzeug“, kritisierte Windhorst, der seit 2019 rund 375 Millionen Euro in die Hertha investiert hat. Er forderte die Fans des Vereins auf, Gegenbauer bei der anstehenden Mitgliederversammlung im Mai abzuwählen und sprach davon, nur weiteres Geld in den Verein zu investieren, wenn es an der Vereinsspitze eine Veränderung gibt.

Kruse sagte, er finde es „schockierend, dass in Zeiten von 50+1 sich ein Investor hinstellt und sagt: Mit dem arbeite ich nicht mehr zusammen.“ Gegenbauer selbst will erst Stellung beziehen, wenn die sportliche Talfahrt gestoppt und der Klassenerhalt gesichert ist. Der 54 Jahre alte Kruse hält sich dagegen nicht zurück und teilt nochmals kräftig gegen Windhorst aus: „Doof ist er also auch noch. Ich glaube, die meisten Hertha-Mitglieder steigen lieber ab, als den Verein in die Hand von Lars Windhorst zu geben.“ Ob das wirklich so ist oder sich die Ära-Gegenbauer bei Hertha BSC bald dem Ende entgegen neigt, wird sich im Mai zeigen. Klar ist dagegen schon jetzt: Das Tischtuch zwischen Hertha BSC und Lars Windhorst ist endgültig zerschnitten.