Berlin - Sommerurlaub für die Profis von Hertha BSC, aber nicht für Trainer Pal Dardai, 45, und Sportdirektor Arne Friedrich, der auch am Sonnabend an seinem 42. Geburtstag schuftete. Beide machen gerade eine knallharte Analyse der Katastrophensaison und treiben erste Personalplanungen für die neue Saison voran, damit der neue Manager Fredi Bobic beim Dienstantritt am Dienstag nicht lange eingearbeitet werden muss. 

Hertha BSC zieht Kaufoption bei Radonjic nicht

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr. Bobic will mit Dardai und Friedrich weiterarbeiten, auch wenn er einen eigenen vierköpfigen Mitarbeiter-Stab bei den Blau-Weißen implantieren wird. Bobic soll den Verein modernisieren und gleichzeitig eine erfolgreiche Mannschaft aufbauen.

Dardai hat viele Schwächen im Team erkannt. Einige Profis sind zum Beispiel nur eingeschränkt taktisch ausgebildet. Das gilt wohl besonders für die Offensivkräfte Jhon Cordoba, Dodi Lukebakio und auch Matheus Cunha. Für andere reicht das spielerische Level nicht und sie verlassen den Verein. Mathew Leckie geht wohl zurück in seine Heimat Australien zum FC Melbourne. Eduard Löwen wird höchstwahrscheinlich den nächsten Karriereanlauf beim Aufsteiger VfL Bochum nehmen. Bei Leihspieler Nemanja Radonjic zieht Hertha die Kaufoption über 12 Millionen Euro nicht. Er geht zurück zu Olympique Marseille.

Dardai spricht sich gegen kompletten Umbruch aus

Ganz sicher werden das nicht die einzigen Abgänge bleiben. Trotzdem spricht sich Dardai gegen einen kompletten Umbruch aus. Er und auch Friedrich wollen das Team mit zwei bis drei erfahrenen Führungsspielern und Talenten aus dem eigenen Nachwuchs ergänzen. Denn das ist die Haupterkenntnis: Hertha hatte im Sommer 2020 nach den Abgängen von Vedad Ibisevic, Per Skjelbred, Salomon Klau und Thomas Kraft keine Hierarchie mehr im Team. Die Blitzverpflichtung von Sami Khedira im Februar steuerte dagegen. Doch nach Khediras Karriereende müssen neue Leitwölfe her.

Eine weitere Frage bleibt offen: Darf Kreativspieler Cunha gehen, wenn die Ablöse stimmt? Mindestens 30 Millionen Euro will Hertha kassieren. Mit dem Geld könnte Bobic auf dem Transfermarkt dann richtig zuschlagen. Auf die Plätze, Fredi, los!