BerlinHertha BSC geht sang- und klanglos unter, verliert nach der Länderspielpause gegen Borussia Dortmund mit 2:5 (1:0). Nach einer starken ersten Hälfte, in der die Berliner durch Matheus Cunha (33.) sogar in Führung gingen, brach das Team von Bruno Labbadia im zweiten Abschnitt ein und wurde von Dortmunds Stürmer Erling Haaland regelgerecht abgeschossen (47./29./62./80.). Damit warten die Blau-Weißen in dieser Saison weiter auf den ersten Heimsieg und bleiben in der Tabelle im unteren Drittel stecken.  

Beim BVB stand vor allem Sturmtalent Youssoufa Moukoko im Fokus, der am Freitag seinen 16. Geburtstag feierte und damit überhaupt erst spielberechtigt in der Bundesliga ist. Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk bekam er von Dortmunds Trainer Lucien erst in der 85. Minute spendiert. Der Deutsch-Kameruner nahm zunächst auf der Bank Platz.

Herthas Hoffnung lag dagegen vor allem auf Stoßstürmer Krzystof Piatek, der in der Spitze den verletzten Jhon Cordoba ersetzte. Ansonsten setzte Labbadia auf die gleiche Startelf, die vor der Länderspielpause vor zwei Wochen in Augsburg 3:0 gewann.

Im weiterhin leeren Olympiastadion entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes, taktisch geprägtes und dadurch chancenarmes Spiel. Dodi Lukebakio setzte in der achten Minute das erste Ausrufezeichen für die Berliner. Sein strammer Schuss aus rund 20 Metern zischte knapp über die Latte. Für die Gäste ließ wenig später Haaland das erste Mal seine Klasse aufblitzen. Mit der Sohle streichelte der Norweger den Ball an gleich zwei Berlinern vorbei, bis sein Schuss aus zehn Metern doch noch geblockt wurde.

Cunha trifft sehenswert 

Hertha verteidigte wie schon zuletzt in Augsburg konzentriert und aggressiv, ließ den ballverliebten Borussen nur wenig Platz zur Entfaltung. Wie leicht es manchmal gehen kann, zeigten die Blau-Weißen in der 33. Minute: Lukebakio verlängerte einen Abstoß von Torwart Alexander Schwolow, Cunha schnappte sich den Ball, machte zwei Schritte und traf auf 22 Metern sehenswert ins rechte untere Eck – 1:0. 

Dortmund probierte prompt zu antworten. Doch es dauerte bis kurz vor dem Pausenpfiff, bis sich der BVB endlich mal durch die engen Räume kombinierte. Raphael Guerreiro spielte an der Strafraumgrenze mit Julian Brandt Doppelpass. Statt frei vor dem Tor selbst zu schießen, suchte der Portugiese Haaland im Fünfmeterraum, fand ihn aber nicht.

Haaland braucht nur zwei Minuten 

Der Lohn für den konzentrierten Auftritt im ersten Abschnitt war nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff dahin. Erst bediente Emre Can Haaland mit einer scharfen Flanke zum 1:1 (47.), zwei Zeigerumdrehungen später entwischte der bullige Angreifer Herthas Abwehrchef Dedryck Boyata und schnürte einen Blitz-Doppelpack, in dem er Schwolow mit einem satten Schuss überwand – 1:2. 

Hertha wirkte verärgert bis fassungslos, vor allem aber völlig von der Rolle. Marvin Plattenhardt missriet ein Rückpass auf Verteidiger Omar Alderete. Haaland schnappte sich den Ball, umkurvte noch Schwolow und erzielte das 1:3 (62.). Ein lupenreiner Hattrick in nur 15 Minuten. Auch danach wehrte sich Labbadias Elf nicht mehr und schaute dem BVB nur noch zu. Haaland bediente Marco Reus, dessen flache Flanke Guerrero im Sitzen aus wenigen Metern über die Linie drückte (70.). 

Moukoko feiert Debüt

Zwar verkürzte Cunha per Foulelfmeter (79.), nachdem sich Matteo Guendouzi doch noch ein Herz nahm und ihm Strafraum zu Fall gebracht wurde. Doch es dauerte nur eine Minute, bis Haaland seine Show fortsetzte und zum 2:5 traf, nachdem er den Angriff erst selbst einleitete, sich durch drei Herthaner durchtankte und zum vierten Mal traf. 

Danach hatte Favre erbarmen mit seinem Ex-Verein, wechselte Haaland aus und verhalf Moukoko noch zu seinem Profi-Debüt. Der U20-Nationalspieler des DFB ist damit der jüngste Bundesliga-Spieler aller Zeiten.