Berlin - So schwankend die Leistungen von Hertha BSC in dieser Saison bisher waren, eins war stets gegeben: Ein Tor für das Team von Trainer Bruno Labbadia lag in jedem Spiel in der Luft. Zu hoch ist die individuelle Qualität im Angriff mittlerweile in Westend, nachdem viele der Millionen des Investors Lars Windhorst eben in die Offensivabteilung des blau-weißen Kaders gepumpt wurden. Fast 60 Millionen Euro bezahlte Hertha BSC allein für die Stürmer Krzysztof Piątek, Matheus Cunha und Jhon Cordoba. Viel Geld, das sich aber durchaus bereits bezahlt machte. Egal, wie aussichtslos manch ein Spielverlauf erschien, Herthas neues Prunkstück schien immer für ein Tor gut – bis zum Spiel in Leverkusen. Nach dem 0:0 am Rhein und vor dem Berliner Derby gegen den 1. FC Union am Freitagabend im Olympiastadion wirkt Herthas Offensive plötzlich harmlos. Zwar war Labbadia mit dem ersten Punktgewinn gegen ein Topteam durchaus zufrieden. „Aber die letzte Durchschlagskraft war unser Manko", gestand der 54-Jährige.

Dass die fehlende Offensivstärke ein Resultat des vermehrten Fokus auf die Defensive sei, verneint Labbadia allerdings. Ziel sei es zwar nach den fünf Nackenschlägen gegen Borussia Dortmund in der Vorwoche gewesen, „besser und konsequenter zu verteidigen“. Nichtsdestoweniger habe sein Team zwei, drei gute Möglichkeiten kreiert, weitere seien möglich gewesen, „wenn wir den letzten Pass nach Ballgewinnen genauer gespielt hätten“. Gleichwohl blieb auch Labbadia nicht verborgen, dass selbst gegen die bisher ungeschlagene Werkself mehr drin gewesen wäre, „wenn wir diese Zielstrebigkeit gehabt hätten“. Und das Team womöglich mutiger nach vorne gespielt hätte: Lediglich fünfmal schossen Cunha & Co. auf des Gegners Tor. 

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