Berlin-Westend - Das vierte Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC soll, wenn es nach Pal Dardai geht, erst der Anfang einer erfolgreichen Epoche sein. „Union leistet richtig gute Arbeit“, lobt Herthas Cheftrainer vor dem Prestigeduell am Ostersonntag (18 Uhr, Sky). Wichtig sei, „dass sie die nächsten zehn Jahre dabeibleiben“, erklärte der Ungar mit Verweis auf Hamburg und München, wo sich der HSV und St. Pauli sowie der FC Bayern und 1860 München jahrelang im Oberhaus duellierten. Gelinge das auch Hertha und Union, „können wir gemeinsam Derby-Geschichte schreiben. Das wäre toll“, erklärte Dardai.

Ob diese Geschichte auch im nächsten Jahr fortgeschrieben wird, liegt allerdings allein in Herthas Hand. Dass sich die Vorzeichen derzeit gedreht haben, weiß Dardai natürlich auch. Während Union den Klassenerhalt sicher hat und sogar an Europa schnuppert, kämpft Hertha ums Überleben. „Unser Ziel ist es, dieses Jahr nicht abzusteigen“, erklärte Dardai entsprechend trocken.

Khedira wieder dabei

Den Grundstein dafür hat sein Team mit zuletzt zwei Siegen aus den vergangenen drei Spielen gelegt. Entsprechend gelöst sei die die Stimmung zum Trainingsauftakt in die Derbywoche gewesen. Auch, weil Winter-Zugang Sami Khedira endlich wieder mit dem Team üben konnte. „Sami hat sich gut bewegt. Das sieht sehr ordentlich aus“, sagte Dardai über den Rio-Weltmeister, der sich vor vier Wochen beim 0:2 in Wolfsburg einen Muskelfaserriss in der Wade zuzog und nur liebend gern am Sonntag, seinem 34. Geburtstag, seine Berliner Derby-Premiere feiern würde.

Grund zum Jubeln hatte Khedira bereits am Dienstag. Beim Futsal und Fußballtennis gehörte er zum Siegerteam. „Da hat er einen guten Eindruck hinterlassen“, erklärte Dardai. Ob der Mittelfeldstratege bereits ein Kandidat für das Spiel in Köpenick sei, werde sich zeigen. „Die intensiven Einheiten liegen noch vor uns. Da müssen wir schauen, wie sein Körper funktioniert“, sagte Dardai.

Entwarnung bei Jarstein

In der Startelf soll dagegen auf jeden Fall Rune Jarstein stehen. Herthas norwegischer Torwart sorgte am Wochenende für Wirbel, als er sich beim 0:3 in der WM-Qualifikation gegen die Türkei unwohl fühlte und sich zur Halbzeit auswechseln ließ. „Das war ein Schreck“, gestand Dardai. Doch Torwart-Trainer Zsolt Petry habe bereits Entwarnung gegeben. Jarstein sei fit.

Auf einen extra Heißmacher per Video wie vor den Spielen gegen Augsburg (2:1) und Leverkusen (3:0) verzichtet Dardai übrigens vor dem Prestigeduell. „Die Jungs sind gerade sehr positiv, die Stimmung ist gut. Ich hoffe, dass sie durch die Siege auf den Geschmack gekommen sind“, sagte er und schob hinterher: „Zusammen verteidigen, zusammen siegen. Wenn sie mit diesem Teamgeist ins Derby gehen, habe ich ein gutes Gefühl.“