Berlin - Während der massive Wintereinbruch vielen Menschen in Deutschland einen Strich durch die Rechnung machte, lief bei Hertha BSC trotz der Schneefälle alles nach Plan. „Wir sind vorbereitet, damit es am Sonnabend keine Alibis gibt und es heißt, dass wir nicht gut trainieren konnten“, erklärte Pal Dardai. Nachdem der Cheftrainer zusammen mit seinem Team die Montagseinheit kurzerhand nach drinnen verlegt hatte, ging es am Dienstag wieder raus auf den mit Schnee bedeckten Schenckendorffplatz. Auf schwerem Grund stand vor allem der Spaß im Vordergrund, wenngleich es auf dem schwierigen Geläuf zwangsweise intensiv zur Sache gegangen sein soll.

Ab Mittwoch soll dank der auf der linken Seite des Übungsplatzes seit Tagen bollernden Rasenheizung die Vorbereitung auf das Spiel beim VfB Stuttgart (Sonnabend, 15.30 Uhr, Sky) so richtig beginnen. Nach null Punkten aus seinen ersten beiden Spielen als reaktivierter Cheftrainer warnt der Ungar angesichts der bedrohlichen Lage in der Liga und den bevorstehenden Duellen gegen spielstarke Teams vor Panikmache. „Wir sollten darüber nicht reden. Die nächsten Spiele können uns noch in eine Situation bringen, die vielleicht nicht gut aussieht. Darauf muss man vorbereitet sein“, mahnte er.

Stattdessen fordert Dardai Geduld, um das nach unten korrigierte Saisonziel, den Klassenerhalt, zu erreichen. „Ich habe der Mannschaft gesagt: 18 bis 20 Punkte. Das reicht, das müssen wir holen“, erklärte Herthas Rekordspieler über die anvisierte Ausbeute aus den noch verbleibenden 14 Spielen. Eine solche sei angesichts der Qualität seines Kaders möglich, „auch wenn die Anfangsphase schwierig wird und du richtig nach hinten rutschst.“

Geduld wird auch Sami Khedira noch benötigen. Der Weltmeister von 2014, beim 0:1 gegen den FC Bayern für die letzten zehn Minuten erstmals eingewechselt, wird in seiner Heimat gegen seinen Jugendverein wohl erneut zunächst auf der Bank sitzen. „Erstmal ist es so geplant, dass er in der Endphase oder zur Halbzeit kommt - je nach Spielstand. Dann werden wir es immer weiter steigern“, erklärte Dardai, der ursprünglich Khedira als Startelfkandidaten sah, aber dessen langer Wettkampfpause nun doch Tribut zollen muss.

Dafür habe sich Khedria wie erhofft schon positiv in der Kabine eingebracht. Sein Wort und seine Meinung seien gefragt, berichtete Dardai und ergänzte: „Vertrauen unter den Spielern ist wichtig, auch für den Trainer. In der Kabine fängt der Fußball an. Wenn das nicht funktioniert, kannst du machen, was du willst.“ Dabei weiß Dardai natürlich auch, dass die wirklich einzige Regel, die im Fußball am Ende zählt, nur eine ist: „Wir müssen nicht viel reden. Wir brauchen Punkte.“