BerlinLucas Tousart nutzte die Zeit gleich doppelt. Am Wochenende zeigte Herthas Mittelfeldmann zwei Freunden, die zu Besuch waren, seine neue Heimat. Über die Oberbaumbrücke ging es von Kreuzberg nach Friedrichshain und entlang der East Side Gallery in Richtung Mitte. Schließlich hatte Tousart bis dato selbst noch nicht viel von Berlin gesehen, seitdem er im Juli für 25 Millionen von Olympique Lyon zu Hertha wechselte. Neben der berühmten Spaziermeile bekamen seine Kumpels aber auch den Schenckendorffplatz zu sehen, der nicht unbedingt zu den größten Sehenswürdigkeiten Berlins zählt. Interessant und aufschlussreich war der Besuch auf dem blau-weißen Übungsplatz aber dennoch. Insbesondere für alle Hertha-Fans, die bekanntlich seit März wegen der Pandemie vom Training ausgeschlossen sind. Über Instagram ließ der 23-Jährige nämlich verlauten: „Ich bin bald zurück“.

Zwei Wochen ist es her, dass Tousart im Spiel gegen den VfL Wolfsburg nach einer Stunde mit Knieproblemen vom Platz musste. Beim 3:0-Sieg in Augsburg fehlte er erstmals in dieser Saison. „Ob er gegen Dortmund eine Option ist, kann ich noch nicht beantworten“, erklärt Herthas Cheftrainer Bruno Labbadia. Ein Einsatz Tousarts im Heimspiel gegen das Topteam des BVB am Sonnabendabend wäre für die Blau-Weißen von großer Bedeutung. Zum einen, weil Tousart bereits bewiesen hat, dass er Hertha im defensiven Mittelfeld Stabilität verleiht. Andererseits würde ein Comeback Tousarts Labbadia erstmals die Möglichkeit geben, ihn mit seinem Landsmann Matteo Guendouzi spielen zu lassen. Die beiden Franzosen sollen in dieser Saison Herthas neues Herzstück im Mittelfeld werden.

Guendouzi schwärmt von Tousart 

Dass die Hoffnungen auf ein bestens aufeinander abgestimmtes Mittelfeldduo durchaus berechtigt sind, verspricht Arsenal-Leihgabe Guendouzi. „Lucas und ich kennen uns sehr gut und harmonieren. Wir können so spielen, dass die Vorzüge des anderen noch besser zur Geltung kommen“, erklärt die 21-Jährige, der bereits mit Tousart für die  U21-Nationalmannnschaft spielte und in nur zwei Einsätzen bewies, dass er Herthas Spiel mit einfachen Pässen und guten Laufwegen bereichert. 

Damit die beiden nun auch in Berlin das erste Mal zusammenwirken können, musste Tousarts Besuch eben einen Abstecher nach Westend machen. Die Extraschichten haben sich nämlich bezahlt gemacht. „Er ist schon weiter, als wir uns es erhofft haben“, verrät Labbadia und erklärt: „Nur bei einer intensiven Spielform haben wir ihn noch rausgenommen. In der Zeit hat er nochmals Krafttraining für sein Knie gemacht.“ Das wichtigste Signal kommt derweil von Tousart selbst. Es fehle ihm nur noch ein bisschen an Sicherheit. Des Trainers Hoffnung ist, dass er die Belastungen in dieser Woche gut verkraftet, damit Herthas neue Mittelfeldachse den ballverliebten Borussen die Spielfreude nimmt. „Wenn nichts passiert“, sagt Labbadia, „haben wir eine Chance, dass er gegen Dortmund dabei sein kann.“