Berlin - Die Luft für Hertha BSC wird immer dünner. Das Team von Felix Magath muss in den kommenden fünf Spielen im Überlebenskampf der Fußball-Bundesliga noch kräftig punkten und kann dafür sicherlich jeden Spieler gut gebrauchen. Blöd nur, dass bis zu acht blau-weißen Profis im Endspurt noch eine Gelbsperre droht. Gleich drei Spieler stehen vor dem Spiel in Augsburg (Sonnabend, 15.30 Uhr) bei vier Verwarnungen. Vladimir Darida, Marco Richter und Stürmer Stevan Jovetic. Wer noch einmal Gelb kassiert, muss zuschauen.

Am bedrohtesten ist wohl Mittelfeld-Motor Darida. Der Tscheche ist zwar stets ein fairer Sportsmann, reibt sich aber naturgemäß in der Schaltzentrale immer in vielen Zweikämpfen auf. Flügelflitzer Richter ist dagegen ein Heißsporn, lebt von seinen Emotionen und muss also höllisch aufpassen. Keine Sorgen um eine Sperre muss sich Jovetic zumindest in Augsburg machen. War seine vierte Gelbe Karte kurz vor seiner verletzungsbedingten Auswechslung im Derby gegen den 1. FC Union wegen Verhinderung der Spielfortsetzung ohnehin unnötig, bremst ihn erst mal die Schwere der Verletzung aus. Ein Muskelfaserriss im Oberschenkel verhindert einen Einsatz am Sonnabend. Nicht der erste Rückschlag: Der montenegrinische Stürmer, mit sechs Toren treffsicherster Herthaner, hat in dieser Saison erst 17 Bundesligaspiele bestritten.

Startete Jovetic vergangene Woche im Stadtderby, muss sich Magath also mal wieder nach einer Alternative umschauen. Das gilt bislang noch nicht für fünf weitere Profis, die bisher drei Gelbe Karten gesammelt haben und damit noch nicht unmittelbar von einer Sperre bedroht sind. Allzu viel sollten sich die Mittelfeldmänner Santiago Ascacibar und Lucas Tousart sowie die Verteidiger Maximilian Mittelstädt, Marc Kempf und Niklas Stark aber nicht mehr erlauben.

Insgesamt sind damit mehrere Hertha-Stammkräfte noch von einer Gelbsperre in dieser Saison bedroht. Keine allzu rosigen Aussichten vor den Wochen der Wahrheit im Kampf um den Klassenerhalt. Übrigens: Kassiert ein Spieler am letzten Spieltag die fünfte Gelbe und kommt Hertha am Ende auf Rang 16 ins Ziel, zählt die Sperre auch für das Relegations-Hinspiel gegen den Dritten der Zweiten Liga.

Magath und sein Trainerteam werden die Spieler sicherlich auf ihr gesammeltes Kartenkontingent hinweisen, wenn es die Profis nicht schon wissen. Herthas Cheftrainer ist zwar lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass eine Verwarnung immer mal passieren kann. Eine fünfte Gelbe Karte wegen Meckerns oder anderer Dummheiten wird der Disziplin-Fanatiker dagegen wohl nur schwer akzeptieren.