Berlin - Hertha BSC spielt am Dienstagabend um 20.30 Uhr die dreizehnte Bundesliga-Partie gegen den FSV Mainz 05 im Olympiastadion. Von den zwölf Heimspielen gegen das Team aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz gingen bisher vier verloren. Aber Niederlagen können manchmal auch etwas Positives bewirken. Am 8. Februar 2020 verloren die Blau-Weißen 1:3 gegen Mainz und drei Tage später war das Kurzzeit-Trainer-Missverständnis beendet. Jürgen Klinsmann schmiss nach dieser Enttäuschung und monatelangem und größenwahnsinnigem Kompetenzgerangel mit den Vereinsbossen hin.

Klarer Aufwärtstrend bei Hertha BSC

Zehn Monate später ist bei Hertha vor dem Spiel gegen Mainz alles anders. Von hochtrabenden Champions-League-Träumen redet keiner mehr, auch wenn dank Investor Lars Windhorst bisher 274 Millionen Euro in die Vereinskassen flossen. Trainer Bruno Labbadia soll ein junges Team neu aufbauen. Und das gelingt nach einem schlechten Saisonstart in den vergangenen Wochen immer besser.

Seit drei Spielen gab es keine Niederlage mehr. Es gab ein 0:0 bei Topklub Leverkusen, ein 3:1 im Derby gegen den 1. FC Union und vergangenen Sonnabend ein starkes 1:1 bei Champions-League-Klub Gladbach. Labbadia ist die Erleichterung bei der virtuellen Pressekonferenz anzusehen. Ruhig erklärt der Trainer: „Wir müssen die Entwicklung im Team weiter in Erfolge ummünzen. Die letzten Wochen haben da geholfen. Mit der Überzeugung, die wir in den letzten Wochen erarbeitet haben, gehen wir in das Spiel gegen Mainz.“

Was für einige vor ein paar Wochen noch nach Durchhalteparolen klang, wenn Labbadia immer wieder die Entwicklung des Teams betonte, ist plötzlich etwas Erfolgsversprechendes geworden. Punkte schaffen den Glauben an die Mission des Trainers, nicht nur bei den Spielern, auch bei den Fans.

„Ich bin immer Optimist. Jetzt schaue ich erstmal nur in diese Woche. Klar wollen wir die optimale Ausbeute“, so Labbadia. Der Coach kann zuversichtlich auf den Anpfiff schauen. Das liegt auch am  wichtigsten Profi des blau-weißen Spiels. Matheus Cunha  hat seine Gelbsperre abgesessen. Der 21-jährige Offensivkünstler konnte sich vor der englischen Woche schonen. „Ich denke, dass für Matheus die kleine Pause gut war. Er hatte das eine oder andere Wehwehchen, auch ein paar Leistenprobleme. Wir haben die Zeit gut genutzt, damit er sich regenerieren kann“, sagt Trainer Bruno Labbadia.

Cunha: Kraft für den Endspurt

Der Brasilianer schoss bisher sechs Tore in der Bundesliga und bereitete zwei Treffer vor. Nicht nur diese Qualitäten zeichnen ihn aus. Cunha steckt mit seiner Spiellust die Mitspieler immer wieder an. Er will nicht nur schön spielen, er verkörpert Willen bei jedem Spielzug.

„Ich hoffe doch, dass er jetzt noch mal Kraft für den Endspurt getankt hat und diese Power, die er ausstrahlt, wieder in unser Spiel reinbringt“, ist Labbadia optimistisch. Das Vertrauen in Cunha ist groß – bei allen im Klub. Deswegen wird sein Vertrag, der bis 2024 läuft, noch vor dem Weihnachtsfest vorzeitig verlängert und verändert werden. Mehr Gehalt, aber dafür eine andere Ablösesumme bei der Ausstiegsklausel.