Berlin - Auf den ersten Blick schien alles so wie immer, als Michael Preetz auf der Pressekonferenz vor dem Duell gegen den SV Werder Bremen (Sonnabend, 18.30 Uhr, Sky) neben Trainer Bruno Labbadia Platz nahm. Doch Herthas Manager wirkte angefasst, richtete seinen Blick auf dem Podium immer wieder nach unten und sprach mit gedämpfter Stimme: „Wir sind uns alle im Klaren, dass wir mit der Entwicklung in dieser Saison und der Zwischenbilanz nach Abschluss der Hinrunde mit den 17 Punkten nicht zufrieden sind.“ Dabei ist dem 54-Jährigen nicht entgangen, dass der öffentliche Gegenwind und die Kritik an seiner Person angesichts der sportlich prekären Lage immer stärker werden. „Wer in der Verantwortung steht, muss sich auch Kritik stellen“, sagte Preetz und erklärte: „Man muss die Kritik annehmen, Dinge reflektieren und seinen Überzeugungen folgen.“

Im Prinzip ist die Situation nicht neu für Preetz. Der gebürtige Düsseldorfer ist seit mehr als 25 Jahren im Verein und hat schon allerhand Höhen, aber eben auch Tiefen erlebt. Nach seiner erfolgreichen Spielerkarriere und als Herthas Rekordtorschütze wechselte er ins Management. Seit 2009 und dem Abgang von Dieter Hoeneß verantwortet Preetz den sportlichen Bereich in Westend. Zweimal zog er zu Beginn den Kopf aus der Schlinge, durfte trotz der Abstiege 2010 und 2012 weitermachen. Nicht zuletzt, weil er bis heute mit Präsident Werner Gegenbauer den mächtigsten Fürsprecher an seiner Seite hat. Das Vertrauen zahlte sich nach den erwähnten Rückschlägen durchaus aus. Preetz machte aus wenig viel, als er Hertha BSC mit Geschick und klugen Transfers und trotz großer finanzieller Schwierigkeiten wieder in der Bundesliga etablierte. 

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