Nader El-Jindaoui feiert Profidebüt für Hertha BSC und gibt kuriose Torvorlage

Die Aufregung war ihm anzumerken, doch obwohl ihm nicht alles gelang, gab Nader El-Jindaoui bei seinem Profidebüt einen Pre-Assist für Hertha BSC.

Nader El-Jindaoui (l.) ging gegen den TSV 1860 München oft ins Dribbling.
Nader El-Jindaoui (l.) ging gegen den TSV 1860 München oft ins Dribbling.Jan-Philipp Burmann

Es lief die 41. Minute beim Wörthersee-Cup. Nader El-Jindaoui behauptete den Ball auf der rechten Seite nahe der Auslinie gegen seinen bissigen Gegenspieler Fabian Greilinger, wurde aber zurückgedrängt und passte in die Mitte zu seinem Hertha-Kollegen Suat Serdar. Der frühere deutsche Nationalsechser konnte sich gegen Greilinger nicht behaupten und verlor den Ball an den Linksverteidiger des TSV 1860 München.

Das Leder prallte jedoch zu El-Jindaoui zurück, der im Zentrum Tempo aufnahm und Chidera Ejuke bedienen wollte. Sein Pass war aber zu lasch. Das sollte zum entscheidenden und zugleich kuriosen Vorteil werden. Denn dadurch landete der Ball an der linken Hacke des Flügelflitzers und fiel unkontrolliert vor die Füße von Wilfried Kanga, der das Spielgerät gekonnt aus zehn Metern direkt nahm und mit links in die rechte untere Ecke zum 1:1-Ausgleich für Hertha BSC spitzelte. 

Post für die Hater

Das freute auch El-Jindaoui, der zu den ersten Gratulanten zählte, sich mit vielen in der Mannschaft abklatschte, unter anderem mit seinem Kumpel Kevin-Prince Boateng. Dass die Alte Dame dieses Testspiel gegen den Drittligisten letztlich mit 6:7 nach Elfmeterschießen verlor und El-Jindaoui etwas zu oft (erfolglos) ins Dribbling ging, spielte nur eine untergeordnete Rolle.

Denn der feine Fußballer hatte es seinen Hatern bewiesen, setzte einen emotionalen Instagram-Post ab und schrieb all die Sätze, die der Social-Media-Star und Influencer sich in den vergangenen Jahren immer wieder anhören musste. Hertha werde ihn „niemals verpflichten“, er werde nie mit der Bundesliga-Mannschaft trainieren oder auch nur ein Spiel absolvieren. Doch nun habe er sein Debüt gegeben.

Er erinnerte seine mehr als 1,8 Millionen Follower daran, dass er schon sein ganzes Leben dafür kämpfen würde. Denn: „Ich bin kein Influencer, ich bin ein Fußballer, der sein Leben teilt.“ Er führte weiter aus, dass es immer Menschen geben werde, die (negativ) reden.

Ganz nah dran am Profikader

El-Jindaoui meinte: „Glaubt an Eure Träume und lasst Euch von niemandem einreden, dass Ihr etwas nicht schafft! Ihr könnt alles schaffen“, so der Angreifer. Er liebe seine Anhänger und schlussfolgerte in Großbuchstaben: „Wir sind noch lange nicht fertig - die Reise geht jetzt erst los.“

Schließlich ist der Edeltechniker momentan so nah wie nie zuvor am Profikader dran und hat den Vorteil, dass er in den kommenden Wochen weiter Wettkampfpraxis sammeln kann. In der Regionalliga Nordost könnte er für die U23 von Hertha noch viermal zum Einsatz kommen.

Nader El-Jindaouis Unterschrift war auch in Klagenfurt gefragt.
Nader El-Jindaouis Unterschrift war auch in Klagenfurt gefragt.Jan-Philipp Burmann

Ob er am Samstag mit dem Team von Ante Covic nach Thüringen zum ZFC Meuselwitz reist (Sonntag, 13.30 Uhr) oder für die Profis gegen den Ludwigsfelder FC (Samstag, 13 Uhr) auflaufen wird, ist noch nicht klar.

Doch sofern El-Jindaoui mit Rückenwind in eines der beiden Spiele geht, weiter an seiner Konstanz, Chancenverwertung und Abwehrarbeit feilt, ist einiges möglich. Entwickelt er dann noch ein besseres Gespür dafür, wann er dribbeln kann und wann ein Pass die bessere Option ist, könnte er trotz der großen Konkurrenz um Dodi Lukebakio, Ejuke, Marco Richter, Myziane Maolida, Dong-jun Lee und Derry Scherhant zumindest als Joker eine Option für den Profikader sein.