Berlin-Westend - Es wäre der perfekte Einstand gewesen. Nemanja Radonjić traf bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern München nach seiner Einwechslung nach nur 26 handgestoppten Sekunden zum Ausgleich. Weil aber sein Vorlagengeber Dodi Lukébakio zuvor im Abseits stand, zählte der Treffer von Herthas neuem Außenbahnstürmer nicht. „Super“ fand Cheftrainer Pal Dardai das rund 25-minütige Debüt des Serben am Freitagabend dennoch. Er habe genau das gesehen, was sie sich von Radonjićs Leihe samt Kaufoption von Olympique Marseille versprochen hätten. „Nemanja ist eine Blitzkugel“, erklärte Dardai und fasste dessen markantesten Eigenschaften als Fußballer wie folgt zusammen: „Er ist zielstrebig, richtig schnell, sogar pfeilschnell. Und er sucht immer das Tor. Ich brauche solche kleinen verrückten Jungen.“

Dass der Ungar derart aus dem Häuschen war, hat einen schlichten Grund: Radonjić passt mit seinen Eigenschaften und seiner Einstellung perfekt in sein neues Anforderungssystem und steht somit für den Hertha-Fußball, den Dardai mit seinem Trainerteam als Rettungsplan für den Rest der Saison austüftelte. Defensiv deutlich tiefer und vor allem kompakter, stabiler im Zentrum und dynamischer nach vorne sollen die Blau-Weißen in den restlichen 14 Partien agieren. Waren seine Handgriffe beim 1:3 in Frankfurt nur in Ansätzen zu sehen, kamen sie gegen den Rekordmeister erstmals so richtig zum Tragen. Dabei ließ Dardai bereits vor der Partie gegen die Münchner aufhorchen, indem er Michael Preetz, Herthas entlassenen Kaderplaner, aber auch seinem Vorgänger Bruno Labbadia kein gutes Zeugnis ausstellte: „Wenn mir jemand mit diesem Kader einen Ballbesitzfußball einreden will, wird das schwierig.“

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.