Berlin - Hertha BSC nimmt diese Saison jeden Stolperstein mit. Nach dem 2:1-Auswärtssieg auf Schalke, der ein echter Befreiungsschlag im Abstiegskampf war, gibt es jetzt die nächste Hiobsbotschaft vor dem Heimspiel gegen den 1.FC Köln am Sonnabend um 15.30 Uhr. Der 20-jährige Jessic Ngankam, der in Gelsenkirchen das Siegtor schoss, droht auszufallen. Er hat eine Schwellung im Knie.

„Jessics Knie hat nach dem Schalke-Spiel reagiert. Es ist geschwollen. Wenn da Flüssigkeit drin ist, werden wir nichts riskieren“, erklärte Pal Dardai am Freitag in der Pressekonferenz. Der Trainer hat noch eine kleine Hoffnung, dass der junge Angreifer doch spielen kann: „Er hatte das schon mal. Da war die Schwellung nach vier, fünf Tagen Pause wieder weg.“ Doch vom Abpfiff auf Schalke bis zum Anpfiff gegen Köln sind es nur drei Tage.

Saison-Aus für Cordoba und Piatek

Der Coach hatte sich eigentlich schon auf einen Einsatz Ngankams gegen Köln festgelegt. Denn er hat sonst keine Stürmer mehr. Für Jhon Cordoba (Sprunggelenk) und Krzysztof Piatek (Fußbruch) ist die Saison gelaufen. Dodi Lukebakio beging die Fahrlässigkeit und kassierte auf Schalke eine Gelb-Rote Karte und ist damit gesperrt. Der Brasilianer Matheus Cunha ist zudem am Sprunggelenk verletzt. Er kann höchstens im letzten Saisonspiel in Hoffenheim auflaufen.

Das wird die wichtigste Frage für Dardai vor dem Anpfiff: Wer kann im Kader die Position des Mittelstürmers einnehmen? Der 20-jährige Holländer Daishawn Redan wäre eine Möglichkeit. Doch bei einer Größe von 1,76 Metern ist seine Kopfballstärke nur begrenzt. Denkbar ist auch, dass Verteidiger Jordan Torunarigha, immerhin 1,91 Meter groß, nach vorne beordert wird. Er war bis zur C-Jugend Mittelstürmer, wurde da zum Abwehrspieler umgeschult.

Khediras Einsatz ist fraglich

Die Personalsorgen nach vier Spielen in zehn Tagen sind bei den Blau-Weißen groß. Matteo Guendouzi, Luca Netz (beide Mittelfußbruch), Maxi Mittelstädt (Gehirnerschütterung) und Vladimir Darida (Gelbsperre) fehlen sicher. Dazu ist ein Einsatz von Sami Khedira wegen einer Muskelverhärtung fraglich. Dardai nimmt die Hiobsbotschaften cool: „Ich komme aus unsere Akademie. Ich kenne da jeden jungen Spieler. Das ist ein Vorteil. Dann füllen wir den Kader halt mit den Jungs.“

Hertha hat nach dem Sieg auf Schalke einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Doch noch sind die Blau-Weißen nicht gerettet. Sportdirektor Arne Friedrich mahnt deswegen: „Unsere Situation ist noch gefährlich. Wir sind da unten noch nicht raus.“ Nur mit einem Heimsieg gegen den Tabellensiebzehnten Köln hat Hertha den Klassenerhalt endgültig sicher, egal wie die anderen Kellerkonkurrenten Bremen, Augsburg und Bielefeld spielen.