Berlin - Hertha BSC trainiert seit Mittwoch wieder, während andere Bundesligisten noch Urlaub machen. Das ist nach der schwachen Hinrunde mit nur 21 Punkten auch notwendig. Der neue Trainer Tayfun Korkut will keinen Tag unnütz verstreichen lassen, um den blau-weißen Profis sein Konzept vom mutigen, offensiven Fußball einzuimpfen.

Doch der erste Trainingstag begann gleich mit Hindernissen. Gleich sechs Spieler fehlten. Es war nur eine Frage der Zeit. Einer – mal wieder – wegen Corona. Kapitän Dedryck Boyata (31) hat sich bei seinem Heimaturlaub in Belgien mit dem Virus angesteckt. Vor der Abreise zurück nach Berlin wurde der Verteidiger positiv getestet und ist in häuslicher Isolation. Wann er zurückkehrt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig unklar.

Rückkehr von Boyata ist ungewiss

Denn die Rückkehr von Boyata, der geimpft ist, könnte auch nach abgesessener Quarantäne in Belgien noch zum größeren Problem werden. Der EU-Nachbar gilt als Hochrisikogebiet. Bei der Einreise nach Deutschland gelten erschwerte Bedingungen. Von einer Quarantäne muss man sich bei der Ankunft in Deutschland freitesten lassen. Außerdem ist noch nicht klar, ob sich der Verteidiger mit der Delta-Mutation oder der neuen Omikron-Variante angesteckt hat. Da könnte es noch weitere behördliche Komplikationen geben. Es bleibt ein großes Fragezeichen, ob Kapitän Boyata beim Rückrundenstart gegen den 1. FC Köln am 9. Januar wieder an Bord ist.

Neben Boyata fehlten beim Auftakt-Training der Blau-Weißen auch Davie Selke und Deyovaisio Zeefuik (beide erkältet), Rune Jarstein (Knie-OP), Zugang Fredrik Andre Björkan (Fersenprobleme) und Lucas Tousart aus privaten Gründen. Ob es sich dabei um Verhandlungen mit einem Klub handelt, ist noch unklar. Jedenfalls soll die AS Rom Interesse an dem Franzosen haben.

Klünter kehrt zurück ins Training

Immerhin waren die zuletzt angeschlagenen Kevin-Prince Boateng, Suat Serdar, Peter Pekarik und Stevan Jovetic wieder auf dem Platz. Auch Rechtsverteidiger Lukas Klünter war nach seiner dreimonatigen Pause wegen einer Schulter-OP wieder dabei: „Der Zeitplan ist aufgegangen und ich bin wieder bei den Jungs. Jetzt werde ich alles geben, um der Mannschaft möglichst schnell helfen zu können“, sagte er. Korkut ist erleichtert, dass er für die rechte Außenverteidigerposition eine Option mehr hat: „Es ist erfreulich, dass er wieder dabei ist. Ich werde mir jetzt ein Bild von ihm machen.“

Der Coach drückt jedenfalls aufs Gaspedal, damit die Rückrunde besser wird und sagt: „Für uns ist jeder Tag wichtig. Wir alle haben Potenzial, uns zu steigern.“