Zwei Elfmeter: Hertha BSC baut Tabellenschlusslicht Hoffenheim auf

Zwei Elfmetertreffer bringen die Kraichgauer früh auf die Siegerstraße. Hertha BSC liefert bei der achten Auswärtsniederlage in Folge eine schwache Leistung ab.

Diskussion für die Herthaprofis beendet: Schiedsrichter Frank Willenborg entscheidet auf Strafstoß für Hoffenheim. Und das gleich zweimal. 
Diskussion für die Herthaprofis beendet: Schiedsrichter Frank Willenborg entscheidet auf Strafstoß für Hoffenheim. Und das gleich zweimal. Thomas Völker/imago

Das Gefühl, das sich während des Spiels bei Hertha-Trainer Sandro Schwarz immer mehr breitgemacht haben dürfte, ist vermutlich nicht viel angenehmer gewesen sein, als die Stimmung während seiner Magen-Darm-Erkrankung in den vergangenen Tagen. Denn statt sich beim Tabellenletzten TSG Hoffenheim von den Abstiegsplätzen abzusetzen, ermöglichten die Berliner dem Gegner zum ersten Mal seit Monaten, wieder ein Lebenszeichen im Abstiegskampf zu senden. Angeführt von Elfmeter-König Andrej Kramaric gewann Hoffenheim nach sieben Niederlagen und insgesamt 14 Partien ohne Sieg in Folge gegen Hertha BSC mit 3:1 (2:0) im Kellerduell.

Kramaric verwandelte er einen Hand- (24.), dann einen Foulelfmeter (37.). Dann traf Ihlas Bebou (51.) für die Kraichgauer, die ihrem angezählten Trainer Pellegrino Matarazzo den Job gerettet haben dürften. Kramaric hat gegen keinen anderen Klub so oft getroffen wie gegen die Berliner (zwölf Tore). „Wir kriegen unser Spiel nicht so aufgezogen wie wir uns das vorstellen“, sagte Maximilian Mittelstädt bei Sky. „Dass wir keine Torchancen hatten, ich glaube, das hat jeder gesehen.“

Rote Karte für Hoffenheims Dabbur kurz nach der Einwechslung

Der TSG-Sieg geriet auch durch die Rote Karte für Munas Dabbur wegen groben Foulspiels (71.) nicht mehr in Gefahr. Stevan Jovetic (90.+2) verkürzte erst in der Nachspielzeit. Durch den Dreier überholte die TSG (22 Punkte) die Hertha (21) in der Tabelle. Die Berliner kassierten ihre achte Auswärtsniederlage in Folge.

Kurz vor dem Anpfiff ließen die Aussagen von TSG-Sportdirektor Alexander Rosen kaum Zweifel daran, dass es um Matarazzos Arbeitsplatz geht. „Die Aufgabe eines Sportdirektors ist es, Leistungen, Entwicklungen und Ergebnisse zu bewerten“, sagte Rosen: „Wir brauchen Punkte. Es ist an der Zeit, dass wir Ergebnisse liefern.“ Matarazzo selbst gab zu Protokoll, dass er verstehe, „wie das Geschäft funktioniert“.

Die 25.027 Zuschauer in Sinsheim sahen in den ersten Minuten eine weitgehend ausgeglichene Begegnung. Pavel Kaderabek hatte nach Vorarbeit von Kramaric die beste Gelegenheit in der Anfangsphase für die Hoffenheimer (8.). Hertha hatte in der Offensive kaum etwas zu bieten. Die vereinzelten Angriffsbemühungen der Berliner, bei denen Marc Oliver Kempf, Marton Dardai, Jean-Paul Boetius, Chidera Ejuke und Kelian Nsona fehlten, brachten keine Gefahr mit sich.

In der 20. Minute waren die Hoffenheimer der Führung nahe, doch Kramaric scheiterte an Torwart Oliver Christensen. Kurz darauf machte es der Kroate vom Elfmeterpunkt besser. Zuvor war der Ball an der Hand von Tolga Cigerci gelandet, der aussah, als wolle er sich für einen Mittelblocker-Job in der Volleyball-Bundesliga bewerben.

Die Gastgeber, die ohne Jacob Bruun Larsen, Grischa Prömel, Kasper Dolberg und Stanley Nsoki sowie den gesperrten Ozan Kabak auskommen mussten, blieben auch nach dem Treffer am Drücker. Kaderabek verfehlte von der Strafraumgrenze nur knapp (32.). Nur fünf Minuten später behielt Kramaric erneut aus elf Metern die Nerven. Bebou war bei einem Konter von Filip Uremovic gefoult worden.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Hertha-Trainer Sandro Schwarz in Dodi Lukebakio und Jovetic zwei frische Offensivkräfte. Kurz darauf hatten die Hoffenheimer Glück, dass es nach einem Handspiel von Robert Skov keinen Strafstoß für die Hertha gab (49.). Wenig später schloss Bebou auf der Gegenseite einen Konter stark ab.

Danach waren weitere Tore für die TSG gegen schwache Berliner drin. Dabbur leistete seinem Team durch sein grobes Foul an Lukebakio nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung allerdings einen Bärendienst.