Leogang - Vladimir Darida, 30, ist nach dem EM-Auftritt mit Tschechien wieder zurück bei Hertha BSC und präsentiert sich äußerst fit im österreichischen Trainingslager in Leogang, fast so, als ob er nicht weggewesen wäre. Der Tscheche weiß, dass der Kampf um die Stammplätze in diesem Jahr noch härter wird. Mit Suat Serdar und Kevin-Prince Boateng hat er zwei starke Konkurrenten im Mittelfeld dazubekommen.

„Ich will natürlich gerne von Anfang an spielen“

Herthas Laufwunder kann das nicht aus der Ruhe bringen. „Die Konkurrenz war bei Hertha immer da, es ist nicht einfach. Dafür gebe ich alles im Training. Ich habe noch zwei Jahre Vertrag. Ich will natürlich gerne von Anfang an spielen“, sagt er in seiner höflichen Art.

Vergangene Saison war Darida ein Garant für den Klassenerhalt. Um wieder in die erste Elf zu kommen, hat er einige Entscheidungen getroffen – als Nationalspieler trat er zurück. „Ich hatte das schon vor der EM entschieden. Der Hauptgrund war die Familie. Die Länderspielreisen sind anstrengend. Außerdem will mich jetzt voll auf Hertha konzentrieren.“

Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Dänemark war er nur kurz enttäuscht. „Wir wollten ins Halbfinale, deshalb tut das ein bisschen weh. Aber wir haben eine gute EM gespielt, wir sind zufrieden“, sagt er. Auf eine große Urlaubsreise nach der EM hat er verzichtet. „Wir haben drei Wochen in meiner tschechischen Heimat Urlaub gemacht. Die drei Wochen reichen mir als Erholung“, sagt das Konditionswunder und ergänzt: „Ich habe schon in der letzten Woche in Tschechien mit Laufen angefangen.“

Das hat sich gelohnt: Daridas Fitnesswerte waren sofort im grünen Bereich, als er mit ins Trainingscamp nach Leogang fuhr. Am Donnerstagabend beim Testspiel gegen den FC Liverpool (4:3) wurde er in der 25. Minute für Santiago Ascacibar eingewechselt. Darida: „Ich denke, bei mir geht es mit der Fitness relativ schnell. Ich kann schon alles mit der Mannschaft machen.“

Darida zählt eigentlich zu den festen Größen im Team. Auch wenn Trainer Pal Dardai ihn vor drei, vier Jahren oft kritisierte. Für den Profi war das nie ein Problem, wie er jetzt sagt. „Ja, ich denke, Pal wollte mich zu besserer Leistung provozieren, er wollte meine Spielweise nach vorne bringen. Ich hoffe, er ist jetzt zufrieden. Ich habe keine Probleme damit, da steckte ja nichts Schlechtes dahinter.“

„Laufwerte sind nicht immer das, was zählt“

Über sein Image als fleißiger, laufstarker Bundesliga-Profi, der in jedem Spiel über 13 Kilometer schafft, sagt er nur: „Laufwerte sind nicht immer das, was zählt. Fußballer müssen mehr können. Du musst in eine gute Position laufen. Außerdem habe ich mir für diese Saison vorgenommen, mehr Torabschlüsse zu machen.“

Vielleicht klappt es mit einem Treffer schon an seinen 31. Geburtstag am 8. August beim Pokalspiel bei Drittligist Meppen, wenn die neue Saison richtig startet.