Berlin-Westend - Luca Netz strafte seinen Trainer keine Lügen. Herthas 17 Jahre alter Linksverteidiger fuhr, einen Tag nachdem er sich beim 1:1 (0:1) beim VfB Stuttgart zum jüngsten Bundesligatorschützen von Hertha BSC in die Geschichtsbücher eingetragen hatte, nicht mit einem Luxusauto vor. Schließlich hatte Pal Dardai tags zuvor und direkt nach Spielschluss Netz noch für seine Bodenständigkeit gelobt. „Luca ist ein guter Junge und wird nun nicht mit dem Ferrari vorfahren“, sagte Herthas Cheftrainer. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Netz noch gar keinen Führerschein hat. Und anders als einst Dortmunds Marco Reus scheint er sich auch an die Gesetze zu halten. „Sein Papa bringt ihn. Manchmal kommt er auch mit der S- oder U-Bahn“, erzählte der Ungar am Sonntag in einer virtuellen Medienrunde und berichtete, dass auch ohne Autokauf Ausgaben auf Netz zukommen: „Das erste Tor zu machen, ist immer teuer. Die Mannschaft ist froh, dass er einen ausgeben muss.“

Mit seinem Treffer in der 82. Minute und nur drei Minuten nach seiner Einwechslung bescherte der in Berlin-Buch geborene, beim FSV Bernau fußballerisch groß gewordene Blondschopf Dardai nicht nur den ersten Punkt im dritten Spiel, Netz stahl auch Weltmeister und Herthas neuem Hoffnungsträger Sami Khedira bei dessen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte die Show – obwohl der 34-Jährige nicht nur Herthas Spiel stabilisierte und neuen Schwung verlieh, sondern sogar Netz’ Premierentreffer vorbereitete. „Tor ist Tor“, erklärte Netz, der den Ball nach Khediras Flanke mit viel Entschlossenheit und etwas Glück ins Stuttgarter Tor beförderte. „Die Freude ist riesig. Sie wäre aber noch größer, wenn wir gewonnen hätten“, erklärte Netz.

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