Hertha-Crux: Alles probiert, alles versucht, nichts geholt

Wieder kein Sieg. Wieder kein Tor. Resignation? Keineswegs! Es herrscht Zuversicht bei der Hertha. Auch weil womöglich ein Neuzugang die Mannschaft bald noch...

ARCHIV - Hertha-Fans begrüßen ihre Mannschaft.   - Nutzung nur nach schriftlicher Vereinbarung mit der dpa
ARCHIV - Hertha-Fans begrüßen ihre Mannschaft. - Nutzung nur nach schriftlicher Vereinbarung mit der dpaSoeren Stache/dpa

Berlin-Die nackten Zahlen sind mal wieder ernüchternd. 17. Tabellenplatz, nur ein Punkt und nur zwei Tore aus vier Spielen. Die Stimmung bleibt aber gut. Zuversicht herrscht weiter bei Hertha BSC. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir endlich einen Dreier holen und uns belohnen“, sagte Angreifer Marco Richter.

Bei seiner emotionalen Rückkehr nach überstandener Hodenkrebserkrankung wäre ihm beinahe der Ausgleich am Samstag beim 0:1 gegen Borussia Dortmund gelungen. „Schade, dass mein Lattentreffer nicht rein ging, das wäre natürlich ein Comeback nach Maß gewesen“, betonte Richter.

So wurde es eher zum Fehlstart nach Maß. 1:3 beim derzeit weiter glänzend aufgelegten Stadtrivalen 1. FC Union, 1:1 gegen Eintracht Frankfurt, 0:1 bei Borussia Mönchengladbach und am Samstag dann auch ein 0:1 im Berliner Olympiastadion gegen Borussia Dortmund. „Ergebnistechnisch sind wir nicht mit dem Start zufrieden, das ist doch klar“, betonte Trainer Sandro Schwarz - eingerechnet werden muss auch noch das Pokal-Aus in der ersten Hauptrunde gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig.

„Wir haben alles probiert, aber es hat leider nicht gereicht“, betonte Angreifer Dodi Lukebakio nach der Niederlage gegen den BVB am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga und appellierte: „Nun müssen wir positiv bleiben und weiterarbeiten. Die Saison ist noch lang und es sind deutliche Schritte nach vorne erkennbar.“

Wie auch schon gegen Gladbach wehrten sich die Herthaner gegen die Niederlage, sie kämpften. Und sie erspielten sich auch Chancen gegen die Borussen, so wie beim Lattenschuss von Richter in der Schlussphase. „Die Mannschaft hat alles versucht“, befand auch Richter. Die Mannschaft zeigte im ersten Durchgang aber auch einige Schwächen, vor allem im Spiel nach vorn agierten die Profis von Schwarz zu unsauber. Und sie ließ viele Chancen der Dortmunder zu, bei denen sich Oliver Christensen im Tor der Hertha auszeichnen konnte.

„Wir haben uns nach Ballverlusten selbst runtergezogen, was die Körpersprache angeht. Wir haben uns zu oft in kleinen Aktionen verzettelt“, erklärte der Coach und forderte mit Blick auf die kommenden Wochen und Monate ein klareres Spiel: „Mit einem ersten sauberen Kontakt ist es ein einfacheres Spiel.“

Denn jetzt gilt es erst recht für die Hertha. Am Sonntag geht es auswärts gegen Richters Ex-Club FC Augsburg, der ebenfalls schon drei Niederlagen kassierte, aber immerhin einen Sieg schaffte. „Die Gefühlslage haben wir eigentlich nicht, dass es jetzt erst richtig los geht“, entgegnete Schwarz am Sonntag nach dem Training aber auf eine entsprechende Frage.

Ob er im kommenden Spiel womöglich mit einem neuen Abwehrspieler für die personell angeschlagene Innenverteidigung planen kann, wird sich diese Woche zeigen. Geschäftsführer Fredi Bobic, der erst am Donnerstag bei einer PK noch betont hatte, das vier Innenverteidiger eigentlich für eine Saison ausreichen würden, bestätigte drei Tage später bei Bild TV das Berliner Buhlen um Agustin Rogel von Estudiantes La Plata.

Der Vertrag des 24 Jahre alten Nationalspielers aus Uruguay ist beim argentinischen Club noch bis Ende dieses Jahres gültig. Wechseln soll er bestenfalls aber umgehend. „Wir sind dran, er wird sicherlich zur Hertha kommen“, sagte Bobic: „Es sieht gut aus, „dass wir es jetzt hinkriegen.“ Dafür wird Fredrik Björkan Hertha nach nur einem halben Jahr wieder verlassen. Der norwegische Nationalspieler befindet sich zu Vertragsgesprächen in den Niederlanden.