Hertha freut sich auf den 1. FC Union e

Es ist 42 Jahre her, dass sich in der Bundesliga zwei Berliner Klubs in einem Derby gegenüberstanden. Also in einem echten Derby, soll heißen, dass sich tatsächlich zwei Klubs aus einer Stadt duellieren. Tennis Borussia empfing am 16. April 1977 im Olympiastadion Hertha BSC, siegte vor 42.000 Zuschauern doch ein wenig überraschend 2:0.

Jürgen Schulz und Wilfried Schradt erzielten die Tore, Herthas Uwe Kliemann, wegen seiner Größe auch „Funkturm“ genannt, sah gegen Ende der ersten Hälfte Rot, gegen Ende der Partie wurde auch TeBes Hans-Jürgen Baake des Feldes verwiesen. Letztlich waren die Punkte gegen Hertha in der gesamten Saison für TeBe nur zwei von 19, was den Abstieg zur Folge hatte, Hertha belegte im Endklassement Platz zehn.

Weitaus mehr Emotionen

Klar ist, dass die beiden Begegnungen zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC weitaus mehr Emotionen freisetzen werden. Den Köpenickern wird zwar wie TeBe die Rolle des Außenseiters zukommen, aber natürlich schwingt da mehr mit, wenn sich der eigenwillige Klub aus dem Osten der Stadt mit dem selbst ernannten „Hauptstadtklub“ aus dem Westen der Stadt misst.

„Es tut Berlin ausgesprochen gut, nun zwei Bundesligisten zu haben. Wir freuen uns auf begeisternde Derbys, die wir natürlich für uns entscheiden wollen“, schrieb Hertha-Manager Michael Preetz auf Twitter: „Der große Gewinner ist unsere fantastische Hauptstadt.“ Auch der Klub selbst gratulierte und stellte ein Video online, in dem ein Freistoßtor des ehemaligen Herthaners Ronny bei einem der letzten Derbys in der Zweiten Liga zu sehen ist. „Wir freuen uns auf erstklassige Derbys ... und 6 Punkte!“, twitterten die Blau-Weißen.

"Eine neue Dimension"

Vonseiten des 1. FC Union waren derartige Spitzen erst mal nicht zu vernehmen. Präsident Dirk Zingler sieht im Aufstieg seines Klubs einen „riesengroßen Gewinn“ für die Hauptstadt, „wenn wir jetzt zwei Erstligisten haben“. Die Derbys gegen Hertha BSC geben dem Fußball in Berlin „eine neue Dimension. Alle, die sich in Berlin für Fußball interessieren, werden jetzt montags immer gucken, wie hat jeder Club gespielt“, sagte Zingler: „Der Fußball kann der Stadt Leben einhauchen.“