Die Plakate, die auf den Litfaßsäulen der Stadt das Duell von Hertha gegen den FC Schalke 04 ankündigen, werben mit dem Text „Hertha BSC gegen Gelsenkirchen“. Ein ironischer Unterton ist dabei zu erkennen und bei den Berliner Fans in diesem Fall ausdrücklich gewünscht.

Noch immer ist es so – und das seit über 40 Jahren – dass viele Hertha-Anhänger, vor allem ältere Jahrgänge, das Wort „Schalke“ partout nicht in den Mund nehmen. Sie sprechen nur von Gelsenkirchen – so wie die Schalker nur von Lüdenscheid reden, wenn sie den Erzrivalen Borussia Dortmund meinen.

Die Abneigung zwischen Anhängern von Hertha und Schalke stammt aus dem Jahr 1971. Im DFB-Pokal besiegte Hertha damals Schalke 3:0 durch zwei Tore von Erich Beer und einen Treffer von Arno Steffenhagen. Da aber der Ungar Zoltan Varga wegen des Bundesligaskandals (Bestechung) vom DFB mit einer juristisch umstrittenen Vorsperre belegt worden und aus Sicht der Schalker nicht spielberechtigt war, legte Gelsenkirchen Protest ein.

Das Spiel wurde 2:0 für Schalke gewertet, Hertha war raus aus dem Pokal. Der Fakt: Hertha und Varga hatten vor dem Berliner Landgericht per einstweiliger Verfügung eine Spielberechtigung erwirkt, die nicht beachtet wurde.

Bei Schalke aber spielten sieben Profis, die auch in den Ligaskandal verwickelt waren. Die Abneigung zu Schalke wird seitdem von Fan-Generation zu Fan-Generation weitergegeben. Die Schalker Fans aber interessiert das kaum noch. Sie haben ja ihr Lüdenscheid.