Hertha BSC hat die Saison 2014/15 auf dem 15. Tabellenplatz beendet und ist im letzten Moment von der Relegation verschont geblieben. Es war allerdings ein Drahtseilakt. Nach 19 Spieltagen trennte sich der Klub von Trainer Jos Luhukay, der einen Vertrag bis 2016 besaß. Das Team stand damals auf Abstiegsplatz Platz 17. Herthas Rekordspieler Pal Dardai übernahm die Mannschaft und konnte sie vor dem Abstieg bewahren.

Dennoch muss sich bei Hertha vieles ändern, auch personell, damit in der neuen Spielzeit das ursprüngliche Ziel – Etablieren in der Bundesliga – auch gelingen kann. Diese Saison war von Stagnation geprägt. Unser Kolumnist hat die Profis bewertet.

Roy Beerens (27 Spiele/4 Tore): Der Holländer benötigte einige Zeit, um sich an Tempo und Härte in der Bundesliga zu gewöhnen. Er ist technisch gut ausgebildet und ein starker Dribbler, der auch ordentliche Flanken schlagen kann. Er hat bewiesen, dass er ein guter Bundesliga-Spieler werden kann. Sehr wichtiger Treffer beim letzten Saisonspiel in Hoffenheim. Besitzt Perspektive.

Vertrag: bis 2017 / Chance auf Verbleib bei Hertha: 100 Prozent.

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Änis Ben-Hatira (15 Spiele/4 Tore): Der Flügelspieler, der auf beiden Außenbahnen wirbeln kann, ist ein Mann für besondere Momente. Nach wie vor trickreich, aber wenig effizient. Leider sehr verletzungsanfällig. Deshalb stagniert die Karriere des ehemaligen Straßenfußballers.

Vertrag: bis 2016 / Chance auf Verbleib bei Hertha: 90 Prozent.

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John-Anthony Brooks (27 Spiele/1 Tor): Der junge Innenverteidiger mit viel Licht aber auch häufig mit Schatten. An guten Tagen oft einer der besten Herthaner auf dem Rasen, konsequent im Abwehrverhalten, an schlechten Tagen ein Unsicherheitsfaktor. Manchmal mit zu viel Risiko oder auch Leichtsinn. Ist aber auf dem Weg zu einem stabilen Erstligaprofi. Er benötigt viel Vertrauen vom Trainerstab.

Vertrag bis 2017 / Chance auf Verbleib bei Hertha: 100 Prozent.

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Sascha Burchert (2 Spiele/0 Tore): Der ewige Ersatztorhüter. Wenn es darauf ankam und er kurzfristig einspringen musste, war er sehr zuverlässig. Löste Rune Jarstein als Nummer zwei hinter Thomas Kraft ab. Vielleicht täte ihm ein Vereinswechsel gut.

Vertrag: bis 2016 / Chance auf Verbleib bei Hertha: 80 Prozent

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Tolga Cigerci (2 Spiele/0 Tore): Der dynamische Mittelfeldspieler war als kreativer Kopf im Mittelfeld eingeplant, verletzte sich aber und fiel beinahe die gesamte Saison aus. Deshalb nicht objektiv zu bewerten.

Vertrag: bis 2017 / Chance auf Verbleib bei Hertha: 100 Prozent.

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Genki Haraguchi (21 Spiele/1 Tor): Der junge Japaner emanzipierte sich nach heftigen Anlaufproblemen auch von seinem erfahrenen Landsmann Hajime Hosogai. Wurde zunehmend zu einem belebenden Element. Er besitzt noch viel Potenzial nach oben.

Vertrag: bis 2018 / Chance auf Verbleib bei Hertha: 100 Prozent.

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Jens Hegeler (24 Spiele/1 Tor): Der erstligaerfahrene Mittelfeldspieler (vorher Bayer Leverkusen, 1. FC Nürnberg) war von Trainer Jos Luhukay als kreativer Profi in der Zentrale vorgesehen. Kam mit hohen Vorschusslorbeeren. Er konnte die Erwartungen aber nie erfüllen. Viel zu pomadig, zu langsam, zu umständlich. Als er kurzzeitig in den Innenverteidigung aushelfen musste, kam er besser zurecht.

Vertrag: bis 2017 / Chance auf Verbleib bei Hertha: 50 Prozent.

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John Heitinga (13 Spiele / 1 Tor): Der Vizeweltmeister von 2010 mit Holland (87 Länderspiele) war als Abwehrchef verpflichtet worden. Bald erwies sich die Bundesliga als zu schnell für den Haudegen. Seine Zweikampfwerte waren überraschend schlecht. Spielte unter Luhukay und auch unter Dardai keine Rolle.

Vertrag: bis 2016 / Chance auf Verbleib bei Hertha: 30 Prozent.

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Hajime Hosogai (20 Spiele/0 Tore): Der kleine Japaner, in der Vorsaison einer der wichtigsten Spieler, fand nie zu seiner stabilen Form und verlor im Laufe der Saison seinen Stammplatz im defensiven Mittelfeld. Schwer erklärlicher Leistungsabfall.

Vertrag: bis 2017 / Chance auf Verbleib bei Hertha: 80 Prozent.

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