Hertha muss Fokus schnell richten: Nach Bremen kommt Bayern

Der Abend in Bremen war für die Hertha nur ärgerlich. Zeit zum Lamentieren bleibt nicht. Die nächste Aufgabe wird für die Berliner noch schwerer. Die Bayern ...

Hertha Trainer Sandro Schwarz gestikuliert an der Seitenlinie.
Hertha Trainer Sandro Schwarz gestikuliert an der Seitenlinie.Carmen Jaspersen/dpa

Berlin-Und jetzt auch noch die Bayern. Sandro Schwarz muss all den Ärger von Bremen schnell abstreifen. Nach einem freien Sonntag geht bei Hertha BSC der Fokus schnell auf die nächste Aufgabe, denn die ist schwer genug. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) kommt der Rekordmeister aus München mit seiner wieder erstarkten Tormaschinerie ins Berliner Olympiastadion. Da darf der Unbill von der Weser nicht zu langen nachhallen.

Es war ein natürlich gebrauchter Abend für die Hertha in Bremen. Unglücklich 0:1 verloren, Trainer Sandro Schwarz mit Bierbechern beworfen und viele Hertha-Fans kamen nicht in den Gästeblock. „Frust“ nehme er aus dem Spiel bei Werder Bremen mit, sagte Schwarz noch am Samstagmorgen, bevor der Sonntag dann mal Zeit zum Durchschnaufen gab. Es nerve, ein Spiel so zu verlieren, sagte der 44 Jahre alte Schwarz. „Das ist einfach unnötig“, sagte der Trainer über das Gegentor durch Niclas Füllkrug kurz vor Schluss. Es sei eigentlich gar keine richtige Chance gewesen.

Bei allen Nebenschauplätzen schmerzte vor allem die Niederlage die Berliner. „Wir ärgern uns, sind frustriert über die Art und Weise, wie wir gestern verloren haben“, sagte Schwarz. „Es kotzt mich an“, schimpfte Kapitän Marvin Plattenhardt schon am Freitagabend. Der Linksverteidiger bemängelte die vielen Ballverluste in der Offensive. „Eigentlich war es ein 0:0-Spiel, aber am Ende stehen wir mit leeren Händen da.“ Die Fortsetzung des zuletzt eingeschlagenen positiven Trends nach dem knappen 2:1 am vergangenen Sonntag gegen Schalke 04 blieb damit aus. Gegen die Bayern wird es nun schwer, im Endspurt vor der WM-Pause positive Signale zu setzten.

Das Hertha-Problem bleibt die Schlussphase. Wieder einmal gab es ein spätes Gegentor, wie so oft in den vergangenen Wochen. Anders als gegen Schalke konnten die Berliner nicht umgehend zurückkommen. Trotzdem zeigte Hertha defensiv und kämpferisch keine schlechte Leistung, doch schon im zweiten Spiel in Folge lahmte der Angriff. „Das große Manko auf unserer Seite war das Offensivspiel“, sagte Schwarz nach dem Spiel.

Die Zahlen sind eindeutig. Mit 17 Gegentoren bewegt man sich im oberen Tabellendrittel. Mit nur 14 erzielten aber im Unteren. „Aus den Räumen, die wir hatten, haben wir viel zu wenig gemacht. Den letzten, vorletzten Pass haben wir nicht gut gespielt.“ Das gelte es in der kommenden Woche zu analysieren. Elf Punkte reichen nur für Platz 14.

Dazu kam Ärger neben dem Feld. Bierbecher wurden aus dem Publikum in Richtung von Schwarz geworfen. „Asozial und feige“, nannte Schwarz die Aktion von „einzelnen Personen“. Viele nach Bremen mitgereiste Hertha-Fans dürften große Teile des Spiels nur auf einer Leinwand vor ihrem Block gesehen haben. Ihnen wurde wegen Überfüllung der Zugang zur Tribüne verweigert. Einige Fans veröffentlichten Fotos in den sozialen Medien von stehenden Berliner Fans in den Aufgängen zu den Blöcken und berichteten von chaotischen Zuständen bei der Einlasskontrolle.

„Das Problem war von Hertha-Fans selbst verschuldet“, sagte Bremens Sicherheitschef Lars Mühlbradt der „Bild“-Zeitung. Banner seien so hoch platziert worden, dass hinter ihnen keine Fans stehen wollten. Dadurch sei der Platz im Block so eng geworden, dass keine weiteren Fans hereingelassen werden konnten. Hertha erklärte am Samstag, dass man mit den Beteiligten in Kontakt sei.