Herthas Cheftrainer Bruno Labbadia grübelt noch über die richtige Startelf gegen Mönchengladbach am Sonnabend. 
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BerlinBruno Labbadia verzog das Gesicht. „Es kommt knüppeldick“, sagte Herthas Cheftrainer angesichts der Personallage vor dem letzten Bundesligaspiel der Saison am Sonnabend bei Borussia Mönchengladbach. Besonders die Besetzung der Position des Rechtsverteidigers bereitet ihm, wie er auf der zumindest für diese Spielzeit vorerst letzten virtuellen Pressekonferenz offenbarte, Sorgen. Weil der bei ihm gesetzte Peter Pekarik, 33, mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel ausfällt und sich dessen Vertreter Lukas Klünter, 24, beim 2:0-Sieg gegen Leverkusen die fünfte Gelbe Karte abholte, muss Labbadia am Niederrhein improvisieren.

Wegen der Not erstmals auf eine Dreierkette umzustellen, kommt für den 54-Jährigen in seinem neunten Spiel als Cheftrainer nicht infrage: „Ich habe nicht im Kopf, alles zu ändern.“ Als Ersatzkandidaten für die Viererkette gelten die eher offensiv denkenden Alexander Esswein, 30, und Mathew Leckie, 29. „Die letzten Trainingseindrücke und mein Bauchgefühl werden entscheiden“, kündigte Labbadia an.

Egal wer spielt, um erneut einem Champions-League-Kandidaten Paroli zu bieten, müssten alle Spieler sich unterstützen. „Wir müssen eine ähnliche Leistung wie gegen Leverkusen abrufen, hohe Disziplin und Kompaktheit an den Tag legen“, erklärte der Coach die Herausforderung.

Keeper Kraft denkt an Karriereende

Einer solchen stellt sich in den kommenden Wochen auch Michael Preetz. Wenn die Spieler sich am Sonntag in den Urlaub verabschieden, beginnt traditionell die heiße Phase für den Manager. „Ganz allgemein kann man sagen, der Markt wird sich verändern“, erklärte Preetz die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Wie genau, lasse sich schwer prognostizieren: „Im Moment ist der Markt sehr ruhig. Es könnte sein, dass wir bis Anfang Oktober Gelegenheit haben. Das wird spannend.“ Bevor sich Preetz mit der Dank der Millionen von Investor Lars Windhorst auch in Krisenzeiten gut gefüllten Klubkasse auf die Suche nach neuen Spielern macht, muss er die aktuelle Kaderstärke reduzieren. Gleich eine ganze Reihe von Spielerverträgen laufen aus.

Auch hier gilt: Sicher ist, dass fast nichts sicher ist.  Neben Pekarik darf sich auch Kapitän und Stürmer Vedad Ibisevic, der im August 36 Jahre alt wird, weiter Hoffnung auf einen neuen Einjahresvertrag machen. „Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Wir befinden uns mit beiden in Gesprächen“, erklärte Preetz, der aber bereits ein paar Fakten verkünden konnte: Neben dem feststehenden Abschied von Per Skjelbred werden auch die Verträge von Alexander Esswein und der des suspendierten Salomon Kalou, 34, nicht verlängert. Ersatztorhüter Thomas Kraft, seit 2011 im Klub und damit dienstältester Herthaner, denkt offenbar über ein Karriereende nach.

Auch bei der Verabschiedung dieser Spieler muss Hertha übrigens improvisieren. Sie soll, wie zu vernehmen war, am Sonntag über einen Livestream erfolgen.