Müssen erst mal zu Hause bleiben: Niklas Stark (l.) und Marius Wolf.
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BerlinWie sehr die Pläne der Deutschen Fußball Liga (DFL), die von der Corona-Pandemie ausgesetzte Bundesliga-Saison im Mai wieder starten zu lassen, am seidenen Faden hängen, beweist der jüngste Fall bei Hertha BSC. Verteidiger Niklas Stark und Flügelstürmer Marius Wolf stehen nach einem Kontakt zu einem Corona-Infizierten erneut unter häuslicher Quarantäne. 

Bei der positiv auf COVID-19 getestet Person handelt es sich nach Informationen dieser Zeitung um einen privaten Physiotherapeuten, mit dem das Duo zuletzt in Kontakt stand. Sowohl Stark als auch Wolf sind wohl auf, ein Corona-Test verlief nach Klubangaben negativ. Dennoch müssen die beiden 24-Jährigen die kommenden zwei Wochen abermals isoliert in den eigenen vier Wänden verbringen.

Glück im Unglück

Eine solche Quarantäne hatten alle Spieler und der gesamte Trainer-und Betreuerstab erst vor einer Woche wieder verlassen, nachdem bereits ein Profi der Berliner positiv auf Corona getestet wurde und alle Blau-Weißen als Kontaktpersonen galten. Nach einer weiteren Woche mit individuellem Lauftraining an der frischen Luft, startete Hertha erst am Montag wieder mit dem Teamtraining – unter Ausschluss der Öffentlichkeit und mit strikter Einhaltung der Kontakt- und Hygieneregeln. Dabei fehlte neben Stark und Wolf auch Torhüter Thomas Kraft, der wegen Problemen an den Nasennebenhöhlen individuell trainierte.

Dabei hatte Hertha Glück im Unglück. Um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, trainiert Hertha zwar wie fast alle Klubs nur in Kleingruppen. Dennoch: Hätten Stark und Wolf erst 24 Stunden später von der Infektion erfahren, wären wohl weitere Herthaner als Kontaktpersonen hinzugekommen.

DFL-Taskforce prüft Szenarien 

Der Vorfall verdeutlicht das Grundproblem, vor dem die Deutsche Fußball Liga (DFL) steht. Die Klubs sind auf die teils existenziellen TV-Gelder angewiesen. Deswegen sollen die noch ausstehenden neun Spieltage ab Mai durchgeführt werden. Doch die Gefahren durch das Virus lassen sich  nicht ausschließen.

Die Hoffnungen ruhen auf dem Faktor Zeit – und auf der extra eingerichteten medizinischen Taskforce, die laut DFL-Boss Christian Seifert „im Detail klärt, wie man die Wiederaufnahme des Spielbetriebs bestmöglich gewährleisten kann“. Eine Idee ist dabei, die Anzahl an Menschen im Stadion auf ein Minimum zu begrenzen. Beim bisher einzigen Geisterspiel vor der Aussetzung des Spielbetriebs zwischen Mönchengladbach und Köln waren rund 600 Personen im Einsatz. Nun kursieren Pläne, die Spiele mit lediglich 250 Personen (inklusive Spieler und Betreuer) auszurichten. Für den Fall, dass der Spielbetrieb nicht wieder aufgenommen werden kann, verhandelt die Liga mit dem Pay-TV-Sender Sky über eine Vorauszahlung der TV-Gelder für die nächste Saison.