Herthas Plattenhardt zieht an Leverkusens Diaby vorbei.
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BerlinDiese Leistung rang auch Bruno Labbadia Respekt ab. Nicht, dass der Hertha-Trainer seiner Mannschaft den Sieg gegen Bayer Leverkusen im Dauerregen nicht zugetraut hätte. Aber die Art und Weise des Berliner 2:0 (1:0)-Erfolgs gegen den strauchelnden Champions-League-Anwärter machte Labbadia richtig glücklich. "Man muss einfach ein Riesenkompliment machen. Wir sind als Team aufgetreten, und da freuen wir uns, dass wir so einen starken Gegner geschlagen haben", sagte der spürbar glückliche Labbadia.

Die taktisch beste Leistung seit seiner Ankunft Mitte April habe er gesehen, sagte der 54-Jährige am Samstag. Charaktertest bestanden, konnte er als Fazit notieren, nachdem zuletzt schon Zweifel an der Wunderwirkung des Chefcoachs aufgekommen waren. Drei Niederlagen in Serie hatten Herthas zuvor prima Bilanz in der Post-Corona-Phase der Fußball-Bundesliga getrübt. Jetzt, als es eigentlich nur noch ums Renommee ging, funktionierte die Hertha trotz mittlerweile bedenklicher Personalprobleme wieder als große Einheit.

Der in der Hauptstadt schon artikulierte "Luft-raus"-Vorwurf war eindrucksvoll entkräftet. "Wir haben super gearbeitet. Es war ein richtiger Arbeitssieg, wir hatten einen Plan, den hat jeder Einzelne umgesetzt. Wir haben als Mannschaft den Sieg errungen. Da kann Verteidigen auch mal Spaß machen", sagte Innenverteidiger Niklas Stark, den Labbadia auf die Sechserposition beordert hatte.

Die Tore von Matheus Cunha (22.) und Dodi Lukebakio (54.) trafen das von der Spielanlage überlegene Leverkusen hart. Hertha schob sich auf Rang zehn und liegt vor dem letzten Spieltag drei Punkte und zehn Tore vor Lokalrivale 1. FC Union, der sich zuletzt wieder bedrohlich herangepirscht hatte. "Das ist ein kleiner Pluspunkt für uns und für die Fans. Ich habe auch Hertha-Fans als Freunde, die werden da wert drauflegen", meinte Stark zur nun wohl fixen Stadt-Vorherrschaft.

Labbadia kann mit diesem lokalen Ranking wenig anfangen. "Ich wusste nicht, dass wir nur gegen eine Mannschaft spielen. Ich dachte, dass wir in der Liga gegen alle spielen. Mich interessiert momentan weniger, was andere machen", meinte der Chefcoach bei Sky.

Bei aller Freude über den Auftritt hatte der Hertha-Trainer die Realitäten im Blick - und die Perspektiven. Kurzfristig muss er für den Saisonausklang bei Borussia Mönchengladbach nach der Verletzung von Peter Pekarik und der Gelbsperre für Lukas Klünter noch mehr umbauen. Langfristig ist es zum Niveau von Teams wie Leverkusen oder Gladbach noch ein weiter Weg. "Da sind wir Lichtjahre entfernt, von unserem Kader", meinte Labbadia.