Berlin - Kommt jetzt Bewegung in die Stadion-Debatte? Hertha wertet den Vorschlag des Berliner Senats, den Flughafen Tegel als alternativen Standort für einen Stadion-Neubau zu prüfen, positiv.

„Wir freuen uns, dass der Senat erkennt, wie wichtig ein Stadionbau ist. So klar haben wir das bisher noch nicht vernommen. Wir werden natürlich in den Austausch gehen und mit den handelnden Personen über diesen Vorschlag sprechen“, erklärt Manager Michael Preetz auf Nachfrage. 

Hertha will Tegel ernsthaft prüfen

Zuvor hatte der Klub bereits per Pressemitteilung den Vorschlag von Innensenator Andreas Geisel (SPD) gelobt. „Es ist ein gutes Signal, dass die Landesregierung die Bedeutung einer eigenen Arena für Hertha BSC anerkennt.“ Und weiter: „Gemeinsam mit den Beteiligten aufseiten des Senats werden wir die Idee, auf dem Gelände des Flughafens Tegel eine Arena in der entsprechenden Größe zu errichten, gerne ernsthaft prüfen.“ Für eine detailliertere Einschätzung sei es aber noch zu früh.

Der Berliner Senat hatte in Person von Innen- und Sportsenator Geisel den neuen Vorschlag unterbreitet. „Wenn Hertha einen Neubau in Berlin will, wäre der Flughafen Tegel ein Standort“, sagte Geisel der Bild. 

Diesen Plan bestätigte der Sprecher der Berliner Innenverwaltung, Martin Pallgen. Ob Tegel aufgrund verschiedener Faktoren überhaupt geeignet wäre, ist aber nicht nur wegen der derzeitigen Verkehrsanbindung noch nicht geklärt. „Es müsste dann geprüft werden“, sagte Geisel.

BER müsste eröffnen 

Völlig unklar ist dagegen, wann der Flughafen Tegel überhaupt geschlossen wird. Geplant sei, dass der Flugverkehr ein halbes Jahr nach dem der BER eröffnet hat, eingestellt wird. Erst dann könnten die Bauarbeiten beginnen. Stand jetzt soll der BER im April 2021 eröffnet werden. Selbst wenn dieser Termin diesmal tatsächlich eingehalten werden sollte, ist fraglich, ob die Zeit dann noch ausreicht, um -  wie von Manager Preetz mehrfach angekündigt - ab Sommer 2025 in einem neuen Stadion zu spielen. 

Offen ist auch, ob Geisels Vorschlag Auswirkungen auf die auf dem Flughafen-Areal bereits geplanten Bebauungen (u.a. 1000 Unternehmen, 6000 Wohnungen) hat. 

Tegel wurde nicht weiter verfolgt 

Interessant: Hertha hatte den Flughafen Tegel bei der Suche nach einem geeigneten Ort für den Bau einer rein privat finanzierten Fußball-Arena mit geprüft, dann aber nicht weiter verfolgt. Für Hertha kam bislang nur ein Neubau im Olympiapark infrage, nachdem die Alternative Ludwigsfelde von den Mitgliedern abgewählt wurde. 

Herthas Wunsch-Standort (Rominter Allee) scheitert am Umzugs-Unwillen der dortigen Anwohner. Andere Orte auf dem Olympiagelände wie das Maifeld kommen aus Denkmalschutzgründen nicht infrage. „Wir machen Hertha ein Angebot, diktieren aber keinen fertigen Plan“. erklärte Geisel. (BLZ mit dpa