Finanzvorstand Ingo Schiller (l.) und Präsident Werner Gegenbauer.
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BerlinAuf der Mitgliederversammlung von Hertha BSC in den Messehallen unterm Funkturm kann heute ein Mann trotz der sportlichen Talfahrt gute Laune haben: Finanzboss Ingo Schiller präsentiert dank der frischen Millionen von Investor Lars Windhorst neue Rekordzahlen. Der Verein ist jetzt 540 Millionen Euro wert. Vor ein paar Jahren schrammte Hertha nicht mal an der 100-Millionen-Grenze.

Schiller sagt scherzhaft: „So eine Steigerung schafft nicht mal die chinesische Volkswirtschaft.“ Auch der Wert der Profimannschaft hat sich auf 200 Millionen Euro erhöht. Vor fünf Jahren waren es noch 70 Millionen. Den Mitgliedern legt er die Bilanz der Saison 2018/19 mit Stichtag 30. Juni mit viel Stolz vor. Der Umsatz hat sich um 2, 4 Millionen auf 140,8 Millionen Euro erhöht. Dabei waren die Blau-Weißen nicht wie im Jahr davor in der Europa League.

Prall gefülltes Konto

Doch das ist längst nicht alles. Dank der Windhorst-Millionen, die im Sommer flossen, ist der Hauptstadtklub so liquide wie noch nie. Das Eigenkapital liegt jetzt bei 124,7 Millionen. Ein Jahr zuvor waren es 20 Millionen Euro. Schiller: „Diese Zahlen beziehen sich auf den Juni 2019, jetzt kommen noch mal 100 Millionen Euro dazu.“

Herthas Konto ist also gut gefüllt. Zwar müssen in den nächsten Jahren noch rund 90 Millionen Verbindlichkeiten bei Banken und die Skandinavien-Anleihe (40 Millionen) beglichen werden. Doch das ändert nichts an der Tatsache: Hertha hat jede Menge Geld im Tresor. „In den nächsten vier, fünf Jahren werden wir den Großteil in die Mannschaft investieren“, so Schiller.

Mannschaft im Abwärtstrend

Anfang des Jahres hatte sich der Verein aus dem KKR-Vertrag gekauft. Das kostete 70 Millionen Euro und Hertha nahm dafür einen Bankkredit auf. „Zu dem Zeitpunkt hätten wir nicht gedacht, dass wir so schnell einen Investor finden.“ Der ist mit Windhorst jetzt da, der nun 49,9 Prozent Aktienanteile bei der Hertha-KGaA hält. „Wir haben einen Raketenstart hingelegt“, jubelt Schiller.

Allerdings ist die Mannschaft nur sehr mäßig in die Saison gestartet und steckt nach dem 2:4 gegen Leipzig im Abstiegskampf. Vielleicht muss demnächst doch noch mal frühzeitig Geld ausgegeben werden.