Salomon Kalou kommt bei Hertha BSC nur noch im Training zum Einsatz.
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Berlin-Westend - Die Frage, ob das Glücksgefühl von Peter Pekarik noch länger anhalten wird, konnte und wollte Alexander Nouri nicht beantworten. Herthas Trainer sagte vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln (Sonnabend, 15.30 Uhr, Olympiastadion) lediglich: „Pekarik ist eine Option.“

Dabei hatte Nouri, 40, der bis zum Saisonende die Mannschaft führen soll, beim 2:1-Sieg in Paderborn für eine große Überraschung gesorgt, als er den 91-maligen Nationalspieler der Slowakei plötzlich aus der Versenkung geholt und in die Startelf   befördert hatte. Der 33-Jährige beackerte die rechte Seite der Hertha und tat das wie meist in der Vergangenheit: souverän, unaufgeregt und sicher.

Nouri emanzipiert sich von Klinsmann

Unter Ante Covic und Jürgen Klinsmann hatte Pekarik keine Rolle gespielt und galt für viele sogar als Verkaufs-Kandidat im Sommer. Zahlreiche Verletzungen – vornehmlich am Knie und in der Wade – hatten Mr. Zuverlässig aus der Bahn geworfen. Das letzte Spiel im Hertha-Trikot datierte vom 14. April 2019 bei einem 2:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim. Damals hieß der Trainer noch Pal Dardai. Der Einsatz am zurückliegenden Sonnabend in Paderborn war immerhin sein 125. Erstligaspiel für Hertha. Hinzu kommen 19 Einsätze in der Zweiten Liga unter Coach Jos Luhukay in der Spielzeit 2012/13.

Dass Nouri nun auf Pekarik zurückgriff, wurde als eine Art Emanzipation des Trainers von Klinsmann gewertet. Vielleicht schätzt Nouri einige Personalien anders ein als sein einstiger Chef. Nouri, der in all seinen Aussagen auf der Pressekonferenz sehr allgemein und vage blieb, lobte Pekarik wenigstens: „Er hat sich extrem professionell verhalten und sich durch Trainingsfleiß das Spiel in Paderborn erarbeitet. Auf ihn kann man sich zu hundert Prozent verlassen.“ Ob das reicht, um gegen Köln erneut in der Anfangsformation zu stehen, ließ Nouri aber offen.

Kalou will in die MLS wechseln

Genauso verhält er sich gegenüber Kapitän Vedad Ibisevic. Auch bezüglich dieser Personalie hielt er sich bedeckt und sagte: „Wir kennen Vedos Qualität, vor allem in der Box. Er ist ein wichtiger Teil der Mannschaft und für Köln eine Option.“

Konkreteres konnte im Gegensatz zum Trainer dieses Mal Manager Michael Preetz verkünden. Es geht um die Zukunft von Salomon Kalou, der zwar ab und an wieder mit dem Team trainiert, aber den Verein wechseln soll und will. Der Ivorer liebäugelt mit einem Job in der Major League Soccer (MLS). Dort ist erst am 5. Mai Transferschluss. Preetz sagte: „Wir sind im engen Austausch mit Salomon. Er prüft Angebote in den USA. Sein Wechsel steht nicht unmittelbar bevor, aber er und seine Berater forcieren es, in die USA zu gehen.“