Sunnyboy Salomon Kalou, 34, ist unter Trainer Jürgen Klinsmann das Lachen vergangen.
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Berlin-WestendImmer wieder schweifte sein Blick vom Nebenplatz zu den Kollegen. Sehnsüchtig verfolgte Salomon Kalou, 34, das Teamtraining auf dem Schenckendorffplatz. Statt mit den anderen zu üben, drehte der Angreifer von Hertha BSC seine Runden mit Fitness-Coach Henrik Kuchno. „Ich habe so etwas noch nie erlebt“, sagt Kalou nach dem Einzeltraining gefrustet.

Seitdem Jürgen Klinsmann bei den Blau-Weißen das Sagen hat, ist der Ivorer außen vor. Lediglich im ersten Spiel unter Leitung des Schwaben wurde der Angreifer in der Schlussphase eingewechselt. Weil er aufgrund seiner Reservistenrolle vor Weihnachten seinen Wechselwunsch hinterlegte, flog er nicht mit ins Trainingslager nach Orlando/Florida. Dass er während der Suche nach einem neuen Arbeitgeber an Fitness einbüßte, verneint  Kalou: „Ich bin sowas von fit und bereit zu spielen. Wenn das Team mich braucht, mache ich meinen Job.“

Gutes Verhältnis zum Manager

Tatsächlich könnte Hertha einen Torjäger wie Kalou, der in 151 Bundesligaspielen an 63 Toren beteiligt war, gut gebrauchen. Als Nachfolger von Ante Covic stabilisierte Klinsmann als Erste-Hilfe-Maßnahme die Abwehr. Die defensive Grundausrichtung geht aber zulasten der Angriffsbemühungen. Lediglich sechs Tore erzielten die Berliner  in sieben Spielen unter dem ehemaligen Bundestrainer.

Trotz der Torflaute hat Klinsmann  für ehemalige offensive Leistungsträger wie Kalou, Vedad Ibisevic und Ondrej Duda keine Verwendung mehr. Gutes Verhältnis zum Manager Vor allem die Art und Weise des Umgangs stößt Kalou auf. Er sei nicht der Typ, der auf andere zeigt, aber „ich bin nicht erst seit fünf Tagen oder Monaten hier“, erklärt er. „Ich bin fast sechs Jahre hier und habe immer meine Tore gemacht.“ Deswegen erwartet er keine Sonderbehandlung, „aber es geht mir um Respekt. Und der fehlt massiv.“

Trotz des Clinchs mit Klinsmann, – mit den Berlinern bricht Kalou nicht.  „Ich werde Hertha immer als einen wunderbaren Ort in Erinnerung halten. Ich habe auch eine gute Beziehung zu Michael Preetz. Alles lief immer korrekt“, sagt er. Zumindest bis vor kurzem. Mit dem Manager wird er die nächsten Tage über einen Wechsel reden. Am 31. Januar schließt der Transfermarkt – zumindest in der Bundesliga. „Ich habe Möglichkeiten. In Deutschland und im Ausland“, erklärt Kalou.  Eine Zukunft unter Klinsmann sieht er, ähnlich wie der bereits zum Premier-League-Klub Norwich City verliehene Duda und der wechselwillige Arne Maier, nicht mehr.