Vedad Ibisevic (35) blickt zwar kritisch auf diese Hertha-Saison, aber voller Hoffnung  in die Zukunft.
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Berlin-WestendVedad Ibisevic, 35, denkt in der Coronakrise nicht an ein Karriereende. Der Stürmer von Hertha BSC freut sich auf die erneute Arbeit mit Bruno Labbadia.  Dass der 54-Jährige nach Ante Covic, Jürgen Klinsmann und Alexander Nouri nun die Richtung vorgibt, hat den Kapitän überrascht. „Weil ich aber Bruno gut kenne, habe ich mich sehr gefreut“, sagt Ibisevic in einem Video-Talk mit einem breiten Grinsen.

Zweieinhalb Jahre coachte Labbadia ihn beim VfB Stuttgart. Das ist fast sieben Jahre her. „Seine Ansprache und Führungsstil haben sich nicht verändert“, schildert Ibisevic seine Eindrücke nach drei Trainingstagen. „Er ist sehr diszipliniert, arbeitet so hart, wie er es schon als Spieler getan hat. Dazu hat er eine klare Vorstellung, was er will“, berichtet der Bosnier: „Ich merke, dass er sich taktisch weiterentwickelt hat, variabler ist und uns neue Lösungen aufzeigt.“

Labbadia hatte ihn aus Hoffenheim zum VfB geholt – und prägte ihn. „Ich habe viel von ihm gelernt“, erzählt Ibisevic, der damals in 48 Spielen 24 seiner bis dato 123 Bundesliga-Tore erzielte. „Als ehemaliger Torjäger versteht er uns Stürmer. Er weiß, was wir durchmachen, wenn man eine Torkrise hat.“ Dazu komme, dass Labbadia, anders als Klinsmann und Nouri, Offensiv-Fußball im Sinn hat: „Aber unter Bruno müssen alle arbeiten. Er ist sehr fordernd und nie zufrieden.“

Große Sehnsucht

Das probiert er den Blau-Weißen nun jeden Tag zu vermitteln – wenn auch wegen der Corona-Auflagen nur in Kleingruppen und ohne Körperkontakt. „Das ist schwierig, aber besser als das viele Fahrradfahren zu Hause“, sagt Ibisevic. Seine Sehnsucht und Hoffnung, dass die Liga wieder losgeht, ist enorm groß. Auch wenn sein letztes letztes Hertha-Spiel ein Geisterspiel werden könnte, ohne Fans. Sein Vertrag läuft aus, genug hat er noch nicht: „Ich habe weiter richtig Bock auf Fußball.“, erklärt er.

Ein Ansporn ist dabei auch Platz 3 in der ewigen Liga-Tabelle der besten ausländischen Torjäger. Zehn Tore fehlen ihm noch, um Giovane Elber (133) einzuholen. „Das wäre doch was. Giovane ist einer der besten aller Zeiten gewesen.“

Ob ihm das im Hertha-Trikot oder bei einem anderen Klub gelingt, wird sich zeigen: „Wegen Corona muss ich geduldig sein“, erklärt Ibisevic.