Hingst bangt mit Turbine Potsdam: „Umbruch wurde verpennt“

Die frühere Fußball-Nationalspielerin Ariane Hingst bangt um den Klassenerhalt ihres früheren Vereins Turbine Potsdam. „Ich drücke natürlich die Daumen, dass...

ARCHIV - Ein Fußball liegt vor der Partie im Netz.
ARCHIV - Ein Fußball liegt vor der Partie im Netz.Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Potsdam (dpa) –-Die frühere Fußball-Nationalspielerin Ariane Hingst bangt um den Klassenerhalt ihres früheren Vereins Turbine Potsdam. „Ich drücke natürlich die Daumen, dass sie die Klasse halten, aber das wird eine echt schwierige Aufgabe“, sagte die 43-Jährige in Sport 1 über den Tabellenletzten der Frauen-Bundesliga. Der sechsmalige deutsche Meister weist nach sechs Spieltagen lediglich einen Punkt auf.

Die ehemalige Verteidigerin sieht beim ehemaligen Vorzeigeclub, der zwei Mal auch die Champions League gewinnen konnte, eine Anhäufung von Fehlern in den letzten Jahren. „Ich glaube, dass Potsdam leider viel zu lange in der Vergangenheit gelebt und es verpasst hat, sich weiterzuentwickeln, auch strukturell weiterzuentwickeln. Der Umbruch wurde verpennt.“ 

Zudem musste der sechsmalige DDR-Meister vor der Saison den Abgang von zahlreichen Stammspielerinnen verkraften, der nicht kompensiert wurde. Trainer Sebastian Middeke musste Ende Oktober gehen. Der 38-Jährige war erst zu Saisonbeginn als Nachfolger von Sofian Chahed installiert worden.

Hingst, die als Gesellschafterin von Regionalligist Viktoria Berlin neue Impulse im Frauenfußball setzen möchte, setzt die Chancen auf den Klassenerhalt von Turbine als nicht „allzu hoch“ an. „Natürlich tut es mir echt weh, zu sehen, was aus dem Verein geworden ist, sagte die Berlinerin und hofft auf eine Trendwende: „Ich bin schon viel zu lange im Fußballgeschäft, um nicht zu wissen, dass Unmögliches auf einmal möglich werden kann. Totgesagte leben länger.“